Grünes Paradies am Stadtrand

Der Heilbronner Seniorengarten ist ein Paradies für heitere Begegnungen mit Menschen und der Natur: Seit 1975 ist die evangelische Gesamtkirchengemeinde Heilbronn im Besitz eines schönen Fleckchens Erde.

|

Auf halber Höhe des Heilbronner Hausbergs Wartberg liegt der Seniorengarten. Organisiert wird seine Bewirtschaftung vom Diakonischen Werk Heilbronn. "Die Stifter, die Heilbronner Familie Link, haben das über 30 Ar große Gelände der kirchlich-diakonischen Seniorenarbeit gewidmet", sagt Diakon Richard Siemiatkowski-Werner.

Ältere Menschen haben Vorrang bei der Nutzung des Obst- und Blumengartens mit seinem Gründerzeitpavillon. Sie engagieren sich auch ehrenamtlich bei der Pflege - etwa beim Baumschnitt. Aber der Garten soll auch Begegnungsraum über Generationen hinweg sein, "denn das tut auch den Älteren gut", so der Diakon.

"Wir haben hier schon viele schöne Stunden und amüsante Zwischenfälle erlebt", erzählt Antje Seifert, die an diesem Tag mit mehr als zwei Dutzend ehemaliger Kolleginnen und Kollegen den Seniorengarten bevölkert. Jedes Jahr im August kommen die pensionierten Berufsschullehrer zu einem Treffen - sie erzählen, singen und tanzen in dem Garten.

Volkstanz-Dozentin Seifert erinnert sich auch an einen Seniorentanzkurs im Garten. Dahin begleitete ein Mann ausnahmsweise mal seine Frau. "Wir machen hier unsere Männer selbst", hörte er, als er sich als Gast in die eingespielte Tänzerinnenreihe einfügen wollte, und schaute darauf ziemlich konsterniert drein. Übel genommen hat er es den schöpferisch-emanzipierten Tänzerinnen in ihrem Paradies aber nicht.

Gute Laune zählt im Seniorengarten ohnehin. Und man arbeitet Hand in Hand - auch mit anderen Generationen. Von der Neckarsulmer Astrid-Lindgren-Schule kommen Schüler mit Behinderung regelmäßig vorbei, um einfache Instandhaltungsarbeiten wie das Streichen von Bänken zu übernehmen. Berufsschüler haben die Säulen des Pavillons aufgefrischt. Um die Obsternte kümmern sich Landsmannschaften. Früher wurde sogar Marmelade zugunsten des Gartens aus den Früchten gekocht. Was aus der Hand gegessen werden kann von Äpfeln über Birnen, Mirabellen, Trauben und Nüsse bis zu den Zwetschgen, wandert direkt in die Münder der Besucher. Extra bezahlen müssen sie dafür nicht.

Der Garten muss sich zwar selbst tragen. Aber aus Vermietungsgebühren für Familienfeste und Betriebsfeiern, aus Spenden und aus der Bewirtung jeden Mittwoch im Sommer konnte Siemiatkowski-Werner bisher immer die nötigen Einnahmen verbuchen. Auch die Gottesdienste im Grünen sorgen für Zufluss: Die Hälfte der Kollekte bleibt im Garten.

Siemiatkowski-Werner sieht im Garten "noch eine Menge Entwicklungspotenzial". Auch eine Einbindung in das Heilbronner Bundesgartenschau-Konzept für 2016 hält der Diakon für durchaus denkbar. Eine Stadtbus-Haltestelle und der nahe botanische Obstgarten sind geeignete Bindeglieder zum eigentlichen Gartenschaugelände.

Der Seniorengarten liegt am Rande der Stadt an der Heilbronner Wartbergsteige, unweit der Bushaltestelle Schickhardtstraße und bietet einen Panoramablick, in dessen Zentrum die Kilianskirche steht.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Eine schleichende Entwertung

Um Fleisch zu Sonderpreisen wird heftig diskutiert. Eine Ausstellung in Bad Mergentheim zeigt, wie kreativ unsere Vorfahren Fleisch auf ihren Speisezettel brachten. weiter lesen