Großkantine droht der Verfall

Dem Ellwanger Stadtparlament  würde eine Bauruine nicht in das Konzept für eine künftige Nutzung der früheren Bundeswehrkaserne passen.

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Mittlerweile sind für weite Teile des früheren Kasernengeländes in Ellwangen künftige Nutzungen und Verwendungen durch die Stadt fixiert. Der städtische Konversionsbeauftragte Ulrich Nagl berichtete jetzt dem Gemeinderat, wie weit die Verträge und Verhandlungen der Stadt mit der Immobiliengesellschaft des Bundes gediehen sind.

Der Gemeinderat hat ein Sanierungsgebiet beschlossen: Der Sportbereich „Hungerberg“ und das ehemalige Bundeswehrdienstleistungszentrum bilden den ersten Planungsabschnitt. Dort entstehen das „Nebenzentrum Sport“ mit dem Kunstrasenplatz und der Sporthalle beziehungsweise das Wohngebiet Karl-Stirner-Straße.

Beschlossen sind auch der Umbau des historischen Kompaniegebäudes („Z-Bau“) zur Europäischen Ausbildungs- und Transfer-Akademie (EATA), wo rund 250 Jugendliche aus Ländern mit hoher Jugendarbeitslosigkeit und junge Flüchtlinge mit guter Bleibeperspektive Sprachschulungen erhalten und auf eine Ausbildung oder einen Beruf vorbereitet werden sollen. Das Land und die EU fördern das Projekt mit 9,3 Millionen Euro, die Stadt Ellwangen und der Ostalbkreis beteiligen sich mit 6,3 Millionen Euro an der Finanzierung.

Die Heizzentrale der früheren Kaserne wird künftig durch die Ellwanger Stadtwerke betrieben. Was die Stadt nicht gekauft hat und nach jetzigem Stand nicht kaufen will, wurde über einen Generalmietvertrag übernommen: Zwei Häuser (die interimsweise von EATA-Teilnehmern genutzt werden), Garagen, (die an die Lernwerkstatt für Flüchtlinge weitergegeben wurden) und die Sporthalle Mühlberg.

Wasserleitung gekappt

Die wohl am besten erhaltene Immobilie des Kasernenareals wird aber offensichtlich dem Verfall preisgegeben: Die erst 1991 errichtete Kantine mit komplett eingerichteter Großküche. Hier wurden bis zu 1000 Soldaten versorgt. Weil die Bundessprachenschule das Gebäude nicht nutzen kann und es außerhalb des militärischen Bereichs liegt, wurde jetzt kurzerhand die Wasserversorgung gekappt und der Betrieb kaltgestellt.

Oberbürgermeister Karl Hilsenbek und Gemeinderäte sind darüber gleichermaßen entsetzt und meinten, das sei „Vernichtung von Volksvermögen“. Stadtrat Herbert Hieber sagte, eine Bauruine in unmittelbarer Nachbarschaft der EATA torpediere geradezu die Pläne der Stadt für einen Bildungscampus. Hilsenbek teilte mit, das Kolping-Bildungszentrum habe dort sogar eine Nutzung als Ausbildungszentrum für Gastronomieberufe geprüft, sei allerdings zum Ergebnis gekommen, dass dies nicht rentabel sei.

Man kam überein, von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben eine Auskunft einzufordern, was in naher Zukunft mit der ehemaligen Kantine geschehen soll.

Einstimmig bestellte der Ellwanger Gemeinderat Joseph Ott und Elisabeth Schmid zu Aufsichtsräten für die EATA gGmbH. Der Oberbürgermeister ist kraft Amtes in dem Gremium vertreten. Der Ostalbkreis schickt drei Aufsichtsräte, das Kolping-Bildungswerk als Betreiber stellt sechs Aufsichtsräte. gek

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