Gleichheit auf dem Lohnzettel: Fehlanzeige

Frauen erhalten 23 Prozent weniger Lohn für die gleiche Arbeit als Männer. Warum ist das so? Damit beschäftigten sich die Kreis-Landfrauenverbände Hall und Crailsheim am Europatag in einer Diskussionsrunde.

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Landfrauen im Gespräch mit eingeladenen Experten: Am Europatag wird gefragt, warum Frauen weniger verdienen als Männer. Foto: Ufuk Arslan

Die Entgeltungleichheit in Europa war das Tagesthema bei den Landfrauen am Wochenende. Beim gemeinsamen Treffen der Kreis-Landfrauenverbände wurde gemeinsam gefrühstückt und angeregt diskutiert. Um dieses brisante Thema näher zu beleuchten, wurden einige Persönlichkeiten eingeladen, zu diesem Thema Stellung zu nehmen.

CDU-Bundestagsabgeordneter Christian Freiherr von Stetten kam zu Wort, ebenso wie Heribert Krekel vom Gleichstellungsbüro der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Von Stetten gab zu, dass im Bundestag kaum über dieses Thema der Entgeltungleichheit zwischen Frauen und Männern gesprochen wird. "Ich kann aber auf jeden Fall sagen, dass der Gesetzgeber die Entgelte gesetzlich nicht berechnen kann." Dafür versicherte von Stetten, dass die Kindererziehungszeit für die Berechnung der Rente miteinbezogen werden soll und es bald ein neues Konzept dafür gebe.

Heribert Krekel sah in jedem Fall die Unterbewertung der Arbeit von Frauen als Problem. "Die Männer haben immer noch dieses Ernährermodell im Kopf und die Frauen arbeiten oft in schlecht bezahlten Jobs", wusste der Zuständige des Gleichstellungsbüros. Er plädierte für die Frauenquote, nicht nur in Aufsichtsräten.

Die anschließende Podiumsdiskussion zwischen Michelfelds Bürgermeister Wolfgang Binnig, Dekanin Anne-Kathrin Kruse, Stadt- und Kreisrätin Uta Rabe und Silvia Wagner vom DGB leitete die stellvertretende Geschäftsführerin des Landfrauenverbandes, Jutta Ortlepp.

Silvia Wagner hatte eine Antwort darauf, warum Frauen weniger verdienen. "Ganz einfach, weil sie in schlechter bezahlten Jobs wie Erzieherin, Friseurin oder Kosmetikerin arbeiten. Das sind typische Frauenberufe. Und die werden schlechter bezahlt, weil da nur Frauen arbeiten." Ein Teufelskreis also? Es sei erwiesen, dass in den naturwissenschaftlichen Jobs und in den Ingenieursberufen weit weniger Frauen arbeiteten. Diese Berufe werden aber eindeutig besser bezahlt.

Am 21. März, dem equal-pay-day (Tag der Gleichbezahlung), wird daran erinnert, dass Frauen bis zu diesem Termin weiterarbeiten müssten, damit sie genauso viel verdient hätten, wie die Männer bis zum 31. Dezember des Vorjahres. Dazu sahen die Landfrauen einige kurze Videos.

In einem nimmt Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Stellung. Sie sieht das Problem im Lebensmodell der Menschen. Es gehe nicht so sehr um das Geschlecht, sondern um die Familienplanung. Wenn Frauen Kinder bekommen, haben die meisten es schwer, wieder in ihren alten Job einzusteigen. Die Minijobs, die den Einstieg in die Arbeitswelt erleichtern sollen, sieht Schröder als "berufliches Abstellgleis". Anne-Kathrin Kruse und Wolfgang Binnig plädierten beide dafür, dass "Berufe nicht so unterschiedlich bezahlt werden dürfen". Die Lohnlücke zwischen Mann und Frau, die in Baden-Württemberg sogar 28 Prozent betrage, werde wohl noch lange ein Problem bleiben.

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