Freiwillig verpflichtet

Von sechzig angefragten Unternehmen haben sich acht dazu entschieden die "Heilbronner Erklärung" zu unterschreiben. Für manche ist der Anspruch zu hoch, andere möchten nicht an die Öffentlichkeit treten.

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Bei der Tagung "Markt, Mensch, Mittelstand - Unternehmerische Verantwortung lernen und leben"unterzeichneten acht Unternehmen die "Heilbronner Erklärung zur gesellschaftlichen Verantwortung in der Wirtschaft". Foto: Stephanie Renk

Die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen ist Thema des Kongresses "Markt, Mensch, Mittelstand - Unternehmerische Verantwortung lernen und leben", der von Donnerstag, 13., bis heute auf dem Campus der Dieter-Schwarz-Stiftung in Heilbronn stattfindet. Das deutsche Netzwerk Wissenschaftsethik (DNWE) veranstaltet diese Tagung gemeinsam mit der German Graduate School of Management & Law (GGS).

Mit dabei sind hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft, wie Prof. Dr. Thomas Beschorner, Direktor des Instituts für Wirtschaftsethik der Universität Sankt Gallen, der Unternehmer Claus Hipp, der ehemalige Bundesminister Theo Waigel, aber auch regionale Unternehmensvertreter, wie Hans Bühler, geschäftsführender Gesellschafter der Optima Packaging Group, Bernd Rath, Geschäftsführer der BERA GmbH, oder Hans-Jochen Beilke, der scheidende Vorsitzende der Geschäftsführung von EBM-Papst.

Um dem Gesprochenen zusätzlich Bedeutung zu verleihen, wird im Anschluss an die Tagung die "Heilbronner Erklärung" unterzeichnet. Mit dieser Selbsterklärung verpflichten sich Unternehmen, im ökologischen und sozialen Bereich neue Maßstäbe zu setzen. "Die Heilbronner Erklärung unterzeichnen Unternehmen, die sich ihrer Verantwortung für Mitarbeiter und die Region schon lange bewusst sind und die diese in ihrer Firmenphilosophie fest verankert haben", erklärt Christopher Stehr, Professor für internationales Management an der GGS, einer der Initiatoren dieser Erklärung.

An sechzig Unternehmen sei man herangetreten, nur acht davon haben sich sofort bereit erklärt zu unterschreiben. Das liege, laut Dr. Martin Priebe, Vorstandmitglied des DNWE, zum einen daran, dass viele kleine und mittelständische Unternehmen bereits verantwortlich handeln, aber nicht darüber sprechen wollen. Andere seien als Einzelperson von der Idee begeistert gewesen, hätten sich als Unternehmer jedoch nicht daran beteiligen wollen.

Erstunterzeichner sind BERA, Marbach, Hirschmann, Sedus, Intersport, Martin Priebe Consult, die Heilbronner Stimme und die GGS selbst. Drei weitere Unternehmen aus der Region stehen noch aus und hegen die Absicht, in den kommenden Tagen noch zu unterschreiben. Im September 2013 soll bei einem weiteren Treffen überprüft werden, welche Ziele umgesetzt wurden. "So wollen wir sicherstellen, dass die Erklärung mehr ist als nur ein Stück Papier", betont Stehr. Im ersten Schritt soll der Ist-Zustand der Unternehmen im Bezug auf die Corporate Social Responsibility (CSR) analysiert und bewertet werden. Im zweiten Schritt wird dann besprochen, welche weiteren CSR-Maßnahmen ergriffen werden müssen und wie diese integriert werden können. "Wir wollen mit der Erklärung zeigen, dass CSR, also die soziale und gleichzeitig unternehmerische Verantwortung, nicht nur ein Kostenfaktor ist, sondern auch die Bedingung für ein dauerhaft hohes Niveau", sagt Martin Priebe.

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