Eskimo-Rollen, stinkende Fische

Schwimmbretter, Tauchringe oder Pool-Nudeln gehören zur Standardausrüstung der meisten Hallenbäder. Kajaks jedoch zählen nicht dazu - mit einer Ausnahme: im Wasserreich Gschwend.

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Kajakfahren war dieser Tage bereits zum dritten Mal in Folge beliebter Bestandteil des Kinderferienprogramms im Gschwender Wasserreich. Hiltbert Quitsch, Oberstudienrat im Ruhestand und früher als Lehrkraft mit dem Schwerpunkt Sport an der PH Schwäbisch Gmünd tätig, bietet, tatkräftig unterstützt von der Sport- und Grundschullehrerin Sabrina Koob und der DLRG, den Einstieg ins Kajakfahren für Kinder und Jugendliche ausschließlich in Gschwend an. Zu diesem Zweck wird das Wasserreich für die Öffentlichkeit gesperrt. Außerdem organisiert die Gemeindeverwaltung den An- und Abtransport der sechs Kajaks.

Nach einer kurzen Information über die Boote geht es ins Wasser. Quitsch wirft nasse Schwämme ins Becken, "stinkende Fische", sagt er schmunzelnd - Spielzeug und ungefährliche Wurfinstrumente. Bei dieser Gelegenheit beobachtet der erfahrene Pädagoge, wie sich die drei Mädchen und acht Jungen, die sich zu der Veranstaltung eingefunden hatten, im Wasser verhalten.

Die Kajaks werden zu Wasser gelassen. Quitsch gibt Tipps, wie man sich von der Wasseroberfläche aus auf das Boot zieht und dann sicher in den Sitz kommt. Danach werden die Schwierigkeitsgrade erhöht: Nach dem Sitzen kommt Knien, als Krönung ein Sprung um 180 Grad um die eigene Körperachse - im Stehen, wohlgemerkt.

Dass bei dem vielen Üben Wasser in die Boote kommt, ist nicht zu vermeiden. Am Beckenrand werden die Kajaks umgedreht und über Heck und Bug hochgehievt, damit das Wasser möglichst vollständig abfließen kann. Jetzt zeigt Quitsch den jungen Teilnehmern, wie man unter Zuhilfenahme des Paddels trockenen Fußes ins Boot gelangt, bei Kajakfahrten auf Flüssen oder Seen der übliche Weg. Anschließend kommen Spritzdecken zum Einsatz, wasserfeste Gewebeplanen, die für die Abdichtung zwischen Paddler und Kajak sorgen.

Die "Eskimorolle", eine Rettungstechnik für den Fall des Kenterns, ist der nächste Lernschritt, bei dem Sabrina Koob und Hiltbert Quitsch die Kajaks stabilisieren und die nötige Sicherheit vermitteln. Die anwesenden Gschwender DLRG-Kameraden zeigen parallel dazu den Einsatz und die Handhabung des Rettungswurfsacks, ein beim Kajakfahren unentbehrliches Rettungshilfsmittel.

Immer wieder fliegen die an Leinen gebundenen Schwimmkörper durch die Luft, um mehr oder weniger zielgenau bei den "Verunglückten" zu landen. Diese werden anschließend schnell Richtung Beckenrand gezogen.

Quitsch lebt sein Hobby, und die Ideen gehen ihm wahrscheinlich nie aus, auch weil die elf Kinder mit Leidenschaft bei der Sache sind: Aus den sechs Kajaks wird eine Art Schwimmbrücke gebildet, über die gelaufen werden muss, dann werden die Sitzplätze gegenseitig getauscht, und zu guter Letzt wird "Wildwasser-Parcours" gefahren. Dazu werden vier der sechs Boote an Bug und Heck von jeweils zwei Personen kräftig auf und ab bewegt, was in dem Schwimmbecken gut 20 Zentimeter hohe Wellen entstehen lässt, die zwei verbleibenden Booten mit ihrem Paddlern müssen diesen Kurs zielgenau durchfahren.

Drei Stunden sind nun "verflossen", Zeit für die Kinder, um die Kursleiter und die DLRG-Leute mit einem kräftigen "Patsch Nass" zu verabschieden - bis zum nächsten Jahr.

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