Ein Schloss als Lotto-Gewinner

Das Dach des Roten Schlosses in Jagsthausen wird für 150 000 Euro saniert. Das Geld dafür kommt von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die wiederum von der "Glücksspirale" unterstützt wird.

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Klaus Sattler von der "Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden Württemberg" kam kürzlich mit vollen Taschen nach Jagsthausen: Er übergab einen Scheck in Höhe von 150 000 Euro an Schloss-Eigentümer Hans-Sigmund Freiherr von Berlichingen. Jetzt kann das Dach des hochherrschaftlichen Gebäudes saniert werden.

"Wer ein ,Glücksspirale-Los erwirbt oder Lotto spielt, gibt nicht nur seinem Glück eine Chance, sondern tut auch etwas Gutes für die Gesellschaft", sagte Sattler. Die "Glücksspirale" und Lotto machten nämlich nicht nur Millionäre, durch sie würden vielfältige gemeinnützige Zwecke im Sport, der Kunst und Kultur, der Denkmalpflege, dem Sozialbereich und auch Umwelt- und Naturprojekte unterstützt und somit unschätzbare Werte geschaffen.

Tatsächlich fließen in Baden-Württemberg jährlich etwa 26 Millionen Euro in den Denkmal-schutz. Davon erhielt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) im Jahr 2011 rund 3 Millionen Euro von der "Glücksspirale". Der Hauptanteil in Höhe von 23,5 Millionen Euro stammt aus dem sogenannten Wettmittelfonds des Landes. Mit den Reinerlösen aus den staatlichen Lotterien und Wetten wird also die Arbeit des Landesamts für Denkmalpflege finanziert und so Jahr für Jahr der Erhalt der historischen Schätze in Baden-Württemberg gesichert.

Um diese bedeutende Unterstützung weiter zu gewährleisten, "sind sämtliche politischen Kräfte, Partner und Destinatäre gefordert, auf die Bedeutung der ,Glücksspirale und der Lotteriemittel für den Denkmalschutz hinzuweisen", bekräftigte Sattler beim Ortstermin im Roten Schloss.

Jagsthausen ist seit Ende des 14. Jahrhunderts Stammsitz der Familie von Berlichingen. Um 1590 wurde das Rote Schloss errichtet. Der Name geht auf die rote Farbgebung zurück, die auch heute noch das Sockelwerk schmückt.

Mittlerweile haben Feuchtigkeitsschäden am Dach gravierende statische Mängel verursacht. Für die notwendigen Zimmerer- und Holzbauarbeiten kommt das Lotterie-Geld gerade recht.

Mit der Förderung solle auch nach außen sichtbar werden, wohin die Mittel der "Glücksspirale" über die Deutsche Stiftung Denkmalschutz flössen, betonte Klaus Sattler in Anwesenheit von Gisela Lasartzyk vom Ortskuratorium Stuttgart der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und des Bauhistorikers Gerd Schäfer. Ein Bauwerk wie das Rote Schloss müsse auch für nachfolgende Generationen erhalten bleiben.

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