Ehepaar Köder seit 60 Jahren verheiratet

Maria und Josef Köder sind seit 60 Jahren verheiratet. Gestern haben die gebürtigen Steinbacher ihre diamantene Hochzeit gefeiert.

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Auf dem Tisch im gemütlich eingerichteten Wohnzimmer des Ehepaars liegen Karten, Briefe und Dokumente aus der Kriegs- und Nachkriegszeit. Sie sind Zeugen entbehrungsreicher Zeiten, die das Ehepaar in jungen Jahren durchlebt hat. "Wir leben jetzt in guten Zeiten", sagt Maria Köder, "damals konnten Eltern ihren eigenen Kindern nicht trauen und jedes Wort wurde auf die Goldwaage gelegt."

Maria und Josef Köder sind in Steinbach aufgewachsen. "Wir kannten uns damals aber noch nicht, weil ich nach Ulm auf das Gymnasium bin", erzählt Josef Köder. Es sollte noch einige Zeit dauern, bis sie zusammen kamen. "Im Mai 1943 musste ich den Reichsarbeitsdienst verrichten. 1944 wurde ich eingezogen und als Soldat nach Rumänien geschickt." Dort geriet er in Gefangenschaft und wurde von Jassykischinew in Rumänien nach Magnitogorsk in Russland gebracht, wo er bis 1948 als Kriegsgefangener festgehalten wurde.

In Viehwaggons verfrachtet, fuhren sie einige Wochen lang durch Russland. "In Magnitogorsk bin ich zusammengebrochen und kam einige Zeit ins Lazarett, bevor ich zum Arbeiten geschickt wurde."

Maria Köder bekam auch in Hall den Krieg und die Verbrechen der Nazis zu spüren. Gleich in der Nähe gab es das Konzentrationslager Hessental. "Wir haben gesehen, wie sie die Toten nach Steinbach auf den Judenfriedhof brachten", erzählt sie.

1948 kehrte Josef Köder nach Steinbach zurück. Ein halbes Jahr später lernten sie sich kennen und heirateten schließlich 1953. "Wir haben zwei Söhne und sechs Enkel", erzählt Maria Köder. 1954 begann Josef Köder bei der Polizei in Forchtenberg, später wechselte er zum Wirtschaftskontrolldienst, wo er 22 Jahre lang blieb. "1975 konnten wir zum ersten Mal in den Urlaub fahren", erzählt Maria Köder. Trotz des hohen Alters singen sie immer noch seit etlichen Jahren im Kirchenchor, gestalten den Garten und kümmern sich um ihr Haus. "Mittlerweile sind wir in unserer Beweglichkeit eingeschränkt, aber wir sind trotzdem sehr zufrieden", fügt Josef Köder hinzu, "das Glück war immer auf unserer Seite."

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