Die Arbeit ist gefragt wie nie

Eigentlich kommen sie auch zu zweit kaum herum mit den vielen Aufgaben, berichten die Diplom-Sozialpädagogin Melanie Luksch und die 2012 hinzugekommene Diplom-Sozialarbeiterin Brigitte Bach.

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Die Schulsozialarbeiterinnen Melanie Luksch (links) und Brigitte Bach präsentieren die komplett überarbeitete und aktualisierte Neuauflage der Jugend-Netz-Broschüre. Dass Kinder und Jugendliche hier weit über 100 Freizeitangebote finden, sieht Bürgermeister Zibold (Mitte) auch als Standortfaktor. Foto: Inge Braune

Luksch und Bach teilen sich mit je 16 Wochenstunden die Vollzeitstelle, die über das Kolping-Bildungswerk Tauberbischofsheim die Schulsozialarbeit am Bildungszentrum Niederstetten und die Betreuung des Jugend-Netzes sichert, wie sie jetzt im Gemeinderat berichteten. 32 Wochenstunden gehören der Schulsozialarbeit, sieben weitere, die Melanie Luksch allein schultert, dem Jugend-Netz.

Wünschen würden sich die beiden allerdings allein für den Bereich der Schulsozialarbeit eine Vollzeitstelle mit 39 Stunden, und auch fürs Jugend-Netz empfehlen sie dringend eine Aufstockung von sieben auf zehn Wochenstunden.

Denn die Arbeit ist gefragt wie nie. Von einem regelrechten Boom bei der 2013 erstmals auf sieben Wochen ausgebauten Ferienbetreuung berichtet Melanie Luksch. Der riesige Bedarf lasse sich nur durch zusätzliche Betreuungskräfte decken. Um nicht zu viele Interessenten abweisen zu müssen, genehmigte Bürgermeister Rüdiger Zibold zusätzliche Stunden für Honorarkräfte.

Seine Etablierungsphase hat das Jugend-Netz längst hinter sich: als zentrale Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, ihre Eltern und die Jugendarbeit. Hier wird koordiniert, ob es nun um die Akteure oder die Angebote geht. Neben den Gruppenangeboten, die von einzelnen Ferienangeboten und Ferienbetreuung über die Organisation des Ferienprogramms bis hin zu den Angeboten Kids-Treff und Jugendtreff reichen, hat Melanie Luksch jetzt dem Gemeinderat die überarbeitete Neuauflage der Jugend-Netz-Broschüre vorgelegt. Weit über 100 Angebote, davon allein annähernd 50, die sich an die Sechs- bis Zwölfjährigen richten, gut 40 für Jugendliche ab zwölf und über 20 für Kinder vom Krabbel- bis zum Vorschulalter sind hier zu finden. Dass neben den regelmäßigen Angeboten die Zeit knapp wird, musste Melanie Luksch nicht lange erläutern.

Gemeinsam mit Brigitte Bach absolvierte sie nach den Sommerferien einen regelrechten Vorstellungsmarathon, um alle Schüler, ihre Erziehungsberechtigten und natürlich auch die fast 50 Lehrer am Bildungszentrum zu erreichen: Sie sprachen in allen Klassen vor und nahmen an den Elternabenden teil, um auf die Möglichkeiten, die die Schulsozialarbeit bietet, aufmerksam zu machen. Es geht zentral darum, allen Schülern Unterstützung und Förderung bei der Bewältigung ihrer Angelegenheiten und Probleme in Schule und Alltag zu bieten, die Persönlichkeitsentwicklung zu fördern, beim Übergang von der Schule in den Beruf zu begleiten und durch präventive Angebote Gewaltbereitschaft, Sucht- und Mobbingverhalten gar nicht erst aufkommen zu lassen. Dass auch das Angebot, bei Problemen zu vermitteln, genutzt wird, zeigen Anfragen von Schülern, Lehrern und Eltern.

Gute Erfahrungen machte die Schule bereits mit dem "Klassenrat", einer Art "Erprobungsstunde für Demokratie", so Brigitte Bach, die Schülern hilft, eigenständig Entscheidungen zu treffen und Probleme zu lösen. Ähnlich, allerdings stärker auf akute Schwierigkeiten bezogen, sind bereits intervenierende Klassenprojekte erfolgreich gelaufen.

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