Der Schatz im Brunnen

Die Römerabteilung am städtischen Museum in Welzheim ist erweitert und neu gestaltet worden. Damit sind auch zahlreiche Funde, die in Welzheim gemacht wurden, in die Stadt zurückgekehrt.

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Teile einer römischen Paraderüstung haben Historiker 2011 in Welzheim entdeckt. Der "Sensationsfund" wird nun erstmals öffentlich gezeigt. Foto: RP Stuttgart

Die Römerabteilung des städtischen Museums in Welzheim bietet nun einen aktuellen und umfassenden Gesamtüberblick über die römische Geschichte der Kastellstadt Welzheim. Auf circa 150 Quadratmetern im Erdgeschoss des Museums werden zahlreiche bedeutende Grabungsfunde erstmals öffentlich präsentiert. Modernste Präsentationstechniken, zahlreiche Reliefe, Exponate und Animationen ermöglichen Einblicke in die römische Vergangenheit und das Leben in Kastellen und am Limes.

Das Museum wird damit auch zum Informations- und Vermittlungsschwerpunkt für den obergermanisch-rätischen Limes ausgebaut, wie es der Limes-Masterplan anlässlich der Ausweisung des Limes zum UNESCO-Welterbe 2005 vorgesehen hat. Welzheim ist für diese Funktion mit seinem rekonstruierten Ostkastell einschließlich eines archäologischen Parks sowie eines Kleinkastells und Wachtürmen prädestiniert.

Nach einem Ideenwettbewerb wurde vom Büro Space4 aus Stuttgart die Konzeption erarbeitet, wissenschaftlich begleitet durch Dr. Marcus Meyer vom Landesamt für Denkmalpflege. Den konzeptionellen Schwerpunkt bildet der Ausgrabungsort Welzheim mit den Themen Limes, Militärlager und Zivilsiedlung sowie themenübergreifend der römische Alltag. Jedem dieser Themen wird ein eigener Raum im Museum gewidmet.

Ein wichtiges Ziel war, die zahlreichen Welzheimer Funde der vergangenen Jahrzehnte, die in den verschiedenen Landesarchiven behütet wurden, an ihren ursprünglichen Fundort zurückzubringen. Das Archäologische Landesmuseum Baden-Württemberg sowie das Landesmuseum Württemberg haben jetzt zahlreiche Welzheimer Exponate zur Verfügung gestellt.

Erstmals öffentlich präsentiert werden die Sensationsfunde der Grabungen des Landesamtes für Denkmalpflege in Welzheim im Jahre 2011. Dort wurden in einem römischen Brunnen ein Paradeschildbuckel mit einer Darstellung der Virtus (der soldatischen Tapferkeit), eines von nur drei vergleichbaren Exemplaren weltweit, sowie ein Knieschoner und eine Beinschiene einer Paraderüstung zutage gefördert. All diese Gegenstände waren hervorragend erhalten. Auch der Grabungsgeschichte selbst ist ein Bereich der Ausstellung gewidmet.

Die Neugestaltung der Römerabteilung bildet den Abschluss der durchgeführten Gesamtsanierung des städtischen Museums. Mit der Generalsanierung des Gebäudes, vor allem in energetischer Hinsicht sowie mit dem Aufwand für die neue Römerabteilung hat die Stadt Welzheim über eine Million Euro investiert. Der Historische Verein Welzheimer Wal, der das Museum betreut, brachte 30 000 Euro ein.

Info Das Museum ist jeweils sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Sonderführungen sind jederzeit möglich, Information und Anmeldung unter Telefon 0 71 82 / 80 08 - 15.

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