Den Kalten Krieg beendet

Seinen 80. Geburtstag feierte Vytautas Landsbergis auf Schloss Stetten. Der ehemalige Präsident der Republik Litauen weilte auf Einladung seines Freundes Wolfgang von Stetten in Hohenlohe.

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Sie erheben das Glas auf die deutsch-litauische Freundschaft: Wolfgang von Stetten, Vytautas Landsbergis (von links) und der frühere Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Erwin Teufel (rechts). Foto: Ralf Reichert

Einen Freiheitskämpfer stellt man sich anders vor. Beifall kommt auf, als Vytautas Landsbergis mit seiner Ehefrau Grazina die Brunnenhalle in Schloss Stetten betritt, aber der Professor bleibt bescheiden. Dass der ehemalige Präsident der Republik Litauen, der erste nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit, seinen 80. Geburtstag in Hohenlohe feiert, ist Wolfgang von Stetten geschuldet. Der Schlossherr und ehemalige Bundestagsabgeordnete hat ein Faible für die Balten und ist mit Landsbergis seit Jahrzehnten befreundet.

Tatsächlich war Landsbergis bereits am 18. Februar 80 Jahre alt geworden, aber es gibt mehr zu feiern an diesem Samstag: Auf den Tag genau vor 95 Jahren, am 2. März 1918, erklärte sich Litauen zum ersten Mal für unabhängig. 1939 folgte die Besetzung durch Stalins Rote Armee, zwei Jahre später durch Hitlers Wehrmacht. Danach kehrten die Sowjets zurück und blieben 45 Jahre lang, bis sich die Litauer am 11. März 1990 erneut für unabhängig erklärten und als erste Teilrepublik der UdSSR den Rücken kehrten.

Treibende Kraft war die Unabhängigkeitsbewegung Sajudis, mitbegründet von einem Professor für Musikwissenschaft aus Kaunas: Vytautas Landsbergis. Landsbergis Einsatz für seine Heimat sei "nicht ungefährlich" gewesen, schließlich drohte die Verbannung nach Sibirien, sagt Wolfgang von Stetten und betont: "Wir feiern heute einen Freiheitskämpfer." Litauen sei "seit 23 Jahren meine zweite Heimat", bekennt der Schlossherr.

Landsbergis wechselt in seiner Rede zwischen Englisch und Deutsch. Der EU-Abgeordnete erinnert an die Zusammenhänge, die zum Kollaps der Sowjetunion führten: an die Bürger der DDR, die mit den Füßen für Freiheit stimmten, an den "großartigen Kanzler Helmut Kohl". Und Christian von Stetten, Mitglied der von seinem Vater gegründeten deutsch-baltischen Parlamentariergruppe, zeigt sich "stolz darüber, wie Litauen notwendige wirtschaftliche Reformen umsetzt".

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