Das Grab des Sennedjem

Unter dem Thema "Das Grab des Sennedjem - Kunsthandwerker am Nil" steht eine Ausstellung im Fränkischen Museum Feuchtwangen. Die erste öffentliche Führung findet am kommenden Sonntag statt.

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Zur Zeit des Neuen Reiches (circa 1550-1070 v. Chr.) ließen sich die Herrscher Ägyptens nicht mehr in steinernen Pyramiden, sondern in gigantischen Felsgräbern im "Tal der Könige" bestatten. Diese königlichen Grabanlagen wurden nicht von rechtlosen Sklaven geschaffen, sondern von ausgewählten und hoch spezialisierten Künstlern und Handwerkern. Die pharaonischen Kunsthandwerker lebten in einer abgelegenen Siedlung in Theben-West, heute Deir el-Medina genannt, nur wenige Kilometer Luftlinie vom Königsgräbertal entfernt. Ausgrabungen geben Auskunft über den Alltag dieser Eliteschicht.

Sennedjem gehörte zu den ausgewählten Spezialisten, die im Schatten berühmter Pharaonen die herrlichen Gräber im "Tal der Könige" schufen. Am Rande von Deir el-Medina baute er für sich und seine Familie eine eigene Grabanlage (um 1270 v. Chr.). Die Wandmalereien der Sargkammer des Sennedjem-Grabes zählen zu den schönsten unter den thebanischen Privatgräbern.Fast alle Gemälde des Sennedjem-Grabes entstammen dem ägyptischen Totenbuch, einem Korpus von verschiedenen Sprüchen, die den Verstorbenen auf seinem Weg ins Jenseits begleiten und seinen Eintritt in die Ewigkeit mithilfe von magischen Formeln und rituellen Handlungen sichern sollen.

Die Folgen des Massentourismus für die gut erhaltene, sensible Wandmalerei des Sennedjem-Grabes sind gravierend. Feuchtigkeit durch die Atemluft der Besucher sowie Staub zerstören seit geraumer Zeit schleichend die Farben des Originals. Wegen der Gefährdung der Wandmalerei entstand vor 20 Jahren eine Rekonstruktion, die in Feuchtwangen gezeigt wird. Die Nachbildung des Sennedjem-Grabes wurde wegen der kulturgeschichtlich-inhaltlichen wie ästhetischen Attraktivität der Wandmalereien in vielen Museen des In- und Auslandes gezeigt.

Info Öffnungszeiten im September: Mittwoch bis Sonntag, 11 bis 17 Uhr, Oktober, November, Dezember: Mittwoch bis Sonntag:14 bis 17 Uhr. Öffentliche Führungen an den Sonntagen, 9. September, um14 Uhr, 14. Oktober und 4. November, jeweils um 15 Uhr. Führungen für Gruppen nach Vereinbarung unter Telefon 0 98 52 / 25 75.

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