"Zwischen Kuhmist und Milchstraße"

Am Sonntag hatte sich die Einwohnerzahl von Laubach plötzlich verdoppelt. Grund: Eine Vernissage von Alfred Bast mit Kabarettist Ernst Mantel.

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    Musizierten im Duett: Alfred Bast (l.) und Ernst Mantel. Fotos: Fath
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Alfred Basts vormaliges Atelier im großen Saal des ehemaligen Gasthauses Löwen und "Käsers Stall", das Domizil von Kabarettist Ernst Mantel, sind in Laubach die Orte, an denen der Maler Alfred Bast die Erinnerung an seine Schaffenszeit zwischen den Jahren 1971 bis 1986 wieder aufleben lässt.

In "Käsers Stall" und auch im Obergeschoss des ehemaligen "Löwen", der nächstes Jahr der Spitzhacke zum Opfer fallen soll, herrschte am Sonntag dichtes Gedränge. Alfred Bast und Ernst Mantel waren überrascht von der gewaltigen Resonanz dieser besonderen Ausstellung, bei der Alfred Bast nicht nur als Maler sondern auch als Schlagwerker und rhythmischer Begleiter von Ernst Mantel überzeugte. "Zwei Mann, zwei Orte, zwei Phasen, ein Hund, eine Ausstellung und keine Provinz" - mit diesen Worten bewertete Bürgermeister Armin Kiemel dieses Ausstellungsprojekt.

Für den Künstler Alfred Bast war die "Laubacher Phase" der Beginn einer segensreichen Schaffenszeit. Besonders im alten Schwesternhäusle hinter dem Gasthof Löwen habe er die Natur, Licht und Schatten sowie vielfältige Stimmungen gefunden, sagte Bast. "Zwischen Kuhmist und Milchstraße" sei seine Kunst in Laubach entstanden. Er lerne bis heute von Blumen, Bäumen und Früchten und der gesamten Natur. Denn die Provinz sei kein Ort, sondern nur ein Zustand im Kopf. Man bräuchte nur die richtige Einstellung zur Kunst.

Bei vielen Arbeiten stehen Personen im Vordergrund, es sind vor allem Porträts von Bekannten und Freunden und von Bast selbst. Die typischen Bast-Motive - das Ei, der Apfel und besonders das Herz - sind aber stets präsent.

Eines seiner ältesten Bilder mit einem blühenden Apfelbaum in einem unscheinbarem Rahmen auf altem braunen Papier gemalt, steht symbolisch für Basts künstlerische Entwicklung. In Laubach habe es geknospt und daraus seien viele Blüten entstanden, erinnerte sich der Künstler. Für Ernst Mantel war "geknospt" Stichwort für opulente Wortmalereien. Mit seiner kabarettistischen Vernissagerede hatte er zuvor schon für viel Heiterkeit gesorgt; die meisten der anwesenden Gäste waren sonst wohl eher trockene Reden gewohnt.

Info Die Kunstwerke in Käsers Stall, Leintalstraße 23, sind bis zum 23. September samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr zu sehen. An den Sonntagen, 16. und 23. September, jeweils 11 Uhr, finden zudem spezielle Aktionen mit Bast und Mantel statt. Führungen durch die Atelier-Installation im ehemaligen Löwen werden samstags um 15 und 16.30 Uhr sowie sonntags um 12, 15 und 16.30 Uhr angeboten. Als zusätzlicher Höhepunkt kommt am Samstag, 22. September, um 15 Uhr Susanne Granzer, eine langjährige Wegbegleiterin des Künstlers, aus Wien nach Laubach und wird Textinterpretationen zu den Kunstwerken lesen.

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