„Wir sind die Fohlen“

Drei Tage dreht sich beim TSV Blaufelden alles um das runde Leder. Rund 50 Kinder sind beim Fußballcamp des Bundesligisten Borussia Mönchengladbach dabei.

|
Vorherige Inhalte
  • Die Teilnehmer des Fußballcamps präsentieren stolz ihre neuen Trikots vom Bundesligisten Borussia Mönchengladbach. 1/2
    Die Teilnehmer des Fußballcamps präsentieren stolz ihre neuen Trikots vom Bundesligisten Borussia Mönchengladbach. Foto: 
  • Beim Abschlussturnier geht es noch einmal voll zur Sache. 2/2
    Beim Abschlussturnier geht es noch einmal voll zur Sache. Foto: 
Nächste Inhalte

Sichtlich Spaß haben die Kinder an den Stationen beim Techniktraining. Vor allem die ganz jungen Teilnehmer sind fasziniert, wenn sie so schnell dribbeln dürfen wie ein Porsche. „Wir verpacken die Übungen und Aufgaben gerne in eine Geschichte. Das regt die Fantasie der Kinder an und motiviert sie zusätzlich“, erklärt Norman Wittekopf von der „Fohlen-Fußballschule“. Schon seit zehn Jahren organisiert und koordiniert der 30-Jährige Fußballcamps für den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach, „aber am liebsten stehe ich natürlich selbst auf dem Platz“.

Drei Tage lang führt er zusammen mit drei weiteren Trainern des Nachwuchsleistungszentrums nun ein Camp beim TSV Blaufelden durch. „Wir legen großen Wert auf Technik und individualtaktische Aspekte“, erklärt der angehende A-Lizenz-Inhaber. „Wir setzen immer möglichst viele verschiedene Reize und wollen so die Kids auf ihrem persönlichen Level vor allem vom Kopf her fordern.“ Da gilt es dann schon mal, mehrere Aktionen gleichzeitig oder nacheinander mit dem runden Leder durchzuführen.

„Das Wichtigste ist allerdings, dass die Kinder Freude haben.“ So gibt es zum Abschluss immer ein freies Fußballturnier. „Unser Ziel ist es, den Kindern einen sportlichen Mehrwert mit Spaßfaktor mitzugeben. Außerdem versuchen wir Werte und Tugenden für den Teamsport Fußball wie Wille, Ehrgeiz, Leistungsbereitschaft oder Eigenverantwortlichkeit zu vermitteln.“

Nele Schürle ist Gladbach-Fan und hat in der Zeitung davon gelesen, dass es in Blaufelden ein Camp der Borussia gibt. Da musste die Zwölfjährige dann natürlich unbedingt dabei sein, und sie ist begeistert von den „netten Trainern, bei denen ich viel gelernt habe.“ Das Mädchen aus Onolzheim ist zum ersten Mal bei einem Fußballcamp dabei. Nun hat sie auch noch ein Trikot und eine Hose ihres Lieblingsclubs bekommen.

Die weiteste Anreise hatte wohl Tom Bissinger aus Mosbach. Er ist eigentlich Fan der TSG Hoffenheim, aber da der 14-Jährige in den Sommerferien sowieso ein paar Tage bei seinem Opa verbringen wollte, hat er die Zeit gleich sinnvoll genutzt, um seine technischen Fähigkeiten zu verfeinern. Viel dazu gelernt vor allem im Umschaltspiel hat Lars Wolfinger. Wie rund die Hälfte der Teilnehmer kickt der Zwölfjährige bei der SGM Blaufelden/Wiesenbach/Billingsbach und muss nur ein paar Meter zum Sportplatz laufen.

Erst seit wenigen Jahren gibt es die mobilen Camps der Borussia in ganz Deutschland, aber auch beispielsweise in den USA und China. Die Mehrzahl findet allerdings immer noch direkt auf dem Trainingsgelände der Gladbacher statt. Dort war auch Matthias Bach vor zwei Jahren mit seinen Kindern. „Als ich erfahren habe, dass man sich als Verein für ein Fußballcamp der Borussia bewerben kann, hab ich als Gladbach-Fan natürlich sofort angefragt.“

Die Nachfrage bei den Kindern war riesig, schon einen Monat vor Beginn war das Camp bereits ausgebucht. „Für mich ist es ein ganz tolles Gefühl, wenn die Gladbach-­Fahne auf dem Blaufelder Sportplatz weht“, fügt der dritte Vorstand des TSV schmunzelnd an. Und wie einige andere Nachwuchstrainer nutzt er die Gelegenheit und nimmt sich einige Anregungen von den Trainings­einheiten mit. Am Donnerstag erhielten nach Campschluss die Vereinstrainer sogar noch eine knapp zweistündige Schulung mit Demotraining. Ein dickes Lob gab es von Wittekopf für den TSV Blaufelden als Ausrichter des Camps „Alles war sehr gut organisiert . Ganz besonders hat mich das große Interesse der Nachwuchstrainer an unserer Arbeit gefreut.“

Persönliche Beziehung aufbauen

Der Campleiter ist übrigens hauptamtlich bei der Borussia tätig und neben seiner Tätigkeit im Rahmen der Fußballfreizeiten zudem Co-Trainer bei der U 16. „Wir wollen mit den Camps unser Konzept nach außen tragen“, erklärt der Fußballfachmann. Wichtig sei ihm dabei, den familiären Aspekt der Borussen vorzuleben. „Bei uns sind die Kids ganz nah dran an den Profis, sogar im selben Kabinentrakt. Die Trainer der Profis und der Jugend tauschen sich regelmäßig aus.“ So steht für Wittekopf im NLZ wie auch bei den Fußballcamps die persönliche Beziehung zu den Nachwuchskickern im Vordergrund. Schon am Ende des ersten Trainingstages spricht er viele Kinder mit ihrem Namen an. Zum Abschluss eines anstrengenden Tages treffen sich noch einmal alle im Kreis und rufen zusammen lautstark ihren gerade erlernten Schlachtruf: „Wir sind Fohlen.“

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

KZ-artige Zustände in Flüchtlingslagern in Libyen

Der in Crailsheim praktizierende Arzt Harald Jahn hat Kontakte zu den Hilfsorganisationen am Mittelmeer und warnt vor einer humanitären Katastrophe. weiter lesen