"Das Fürstenfass war ständig um uns herum"

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Dem Fass sei Dank! Goldfarben unterlegt, ist es das Erkennungszeichen der Weinkellerei Hohenlohe. Wenn dann auch noch das Wort "Fürst" mit dem Fass verknüpft wird, kommen schnell Gedanken in Richtung der Royals auf. Eberhard Brand lächelt: "Wir gehören aber keinem Fürst." Der Geschäftsführer der WG gibt einen kurzen Einblick in die Geschichte: "Als wir 1950 gegründet wurden, hatten wir keinen Sitz für eine Kellerei. Die Gemeinde stellte uns daher den Herrenkeller zur Verfügung. Dort stand ein Fass, das dem Fürsten gehörte. Also hatten wir das Fürstenfass ständig um uns herum." Namensgebend war es allerdings damals noch nicht. In vorigen Jahrhunderten wurde das Fass genutzt, um den Zehnten für den Fürsten (also die Steueranteile) unterzubringen. 66000 Liter passen hinein. "Doch wahrscheinlich war es nur drei Mal ganz gefüllt", vermutet Brand. In den 80er-Jahren wurde der Name Fürstenfass markenrechtlich geschützt und hat sich für die WG als Glücksfall herausgestellt. Trotz diesem Markennamen blieben aber Bezeichnungen für Großlagen wie der Verrenberger Lindelberg und sein Trollinger weiter eingängige Begriffe.

Mit 480 Hektar Rebfläche gehört die WG zu den mittelgroßen Genossenschaften. Mit 125 Hektar ist der Riesling die Hauptsorte, gefolgt von Trollinger (70 Hektar) und Lemberger (60 Hektar). "Es hat sich bewährt, dass wir bei dieser Verteilung geblieben sind, obwohl es zwischendurch starke Tendenzen des Marktes in Richtung Rotwein gegeben hat", berichtet Reinhold Fritz, seit 1. Juli neuer WG-Vorstand. Diese Unternehmensführung mit ruhiger Hand und 60 Prozent Rotweinanteil führt zu einem Sortiment, in dem es nicht in jedem Jahr Neuheiten und Besonderheiten gibt. "Ziel dieser Zurückhaltung ist es, dass wir das Sortiment nicht aufblähen. Unsere Kunden, auch die Getränkehändler, wünschen sich Kontinuität." Der Privatkundenanteil liegt bei rund 27 Prozent - auch die 900 WG-Mitglieder kaufen gerne regelmäßig in ihrem Betrieb ein.

Die Probe beginnt mit drei Weißweinen. Der Riesling Gala Auslese trocken (2012, 9,16 EUR) hat 14 Prozent, die sich in eine angenehm-ausgewogene Säure auf kernige Art einbetten. Er schmeckt beispielsweise zu herzhaftem Seefisch. Beim Muskateller lieblich (2013, 4,88 EUR) erwartet der Weintrinker eine süße Bombe - und stutzt zum Glück: Bereits im Glas duftet er nicht zuckersüß, auf der Zunge kommen beerige Töne hinzu. Er passt sehr gut zu leichten Vorspeisen und Salaten. Ein Wein für Kenner ist der Grauburgunder (2013, 5 EUR). Wer ihn in kleinen Schlückchen trinkt, wird feine Apfeltöne - kombiniert mit einem leichten Schmelz auf der Zunge - nachspüren.

Bei den Rotweinen kommt der Trollinger Verrenberger Lindelberg (2012, 4,17 EUR) überraschend hell daher. Aber genau das ist das Geheimnis: In seinem fruchtigen Bukett verstecken sich viele Nuancen, die an einen Obstgarten erinnern. Dazu eine deftige Vesperplatte, und der WM-Fußballabend kann kommen. Der Spätburgunder trocken (2012, 4,17 EUR) schmeckt raffiniert beerig und nicht zu kräftig. Zum Abschluss gibt es den Lemberger Gala trocken (2011, 9,16 EUR). Er zeigt, dass ein Ausbau im Holzfass nicht schwer sein muss. Leichte Holztöne ergänzen sich mit intensiv fruchtigen Waldbeeraromen.

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