Michelbacher Synagoge bis Oktober fertig

Michelbach/Lücke.  Vor drei Jahren hat ein Wasserschaden einen Umbau an der Michelbacher Synagoge erforderlich gemacht. Inzwischen sind die benötigten Gelder zum Großteil gesammelt, und der Umbau ist in vollem Gange.

Am vergangenen Sonntag lud der Förderverein zu einem "Basar der schönen Dinge" in die Synagoge nach Michelbach an der Lücke ein. Dabei wurden einmal mehr Spenden für die Finanzierung des Umbaus gesammelt. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, sich über die Situation der Synagoge und den Stand der Renovierungsarbeiten zu informieren.

Vor rund drei Jahren hatte Wasser, das durch eine undichte Stelle im Dach eindrang, einen Schimmelschaden an dem 1757 erbauten Gebäude verursacht, der zwingend behoben werden musste. Zusätzlich beschlossen die Verantwortlichen, weitere veraltete und marode Bereiche der Synagoge auszubessern. "120 000 Euro veranschlagte das Architekturbüro Burk aus Crailsheim dafür", erklärt Michelbachs Pfarrer Bernhard Ritter. "Dieses Geld haben wir bereits zusammen - unter anderem dank des Entwicklungsprogramms ländlicher Raum und des Ausgleichsstocks des Landes Baden-Württemberg, der Stiftung des Landkreises Hall, der Sparkassenstiftung und zahlreicher großzügiger Spenden von Privatpersonen und Firmen", meint der Pfarrer zufrieden.

Nachdem die Firma Einsiedel eine direkt an die Synagoge gebaute Lagerhalle abgerissen hatte, konnten die Renovierungsarbeiten im Mai dieses Jahres beginnen. Neben dem an dieser Verbindungsstelle entstandenen Wasserschaden werden noch weitere, teilweise nicht weniger schwerwiegende Mängel behoben: Die Toiletten werden renoviert, die Synagoge wird an ein Blockheizkraftwerk angeschlossen und auch die Elektrik wird neu gemacht. "Das war auch dringend nötig, das Gebäude war in vielen Bereichen marode. Zudem hatten wir im ganzen Gebäude nur eine einzige funktionierende Steckdose", beschreibt Ritter die Situation vor dem Umbau.

Mittlerweile sind die Arbeiten in vollem Gange. "Das Gebäude ist bereits an ein Blockheizkraftwerk angeschlossen und wird in Zukunft über Biogas oder Hackschnitzel geheizt." Die Synagoge wird also ein Stück umweltfreundlicher. Und auch die übrigen Arbeiten seien auf einem guten Weg, wie Ritter erklärt. "Bis Oktober", so hofft er, "sind die Umbauarbeiten abgeschlossen."

Weitere 10 000 bis 20 000 Euro will der Förderverein jetzt noch sammeln, um eine Medienstation auf der Frauenempore einzurichten. Diese soll schwerpunktmäßig das religiöse Leben der Juden behandeln und eine ideale Anlaufstelle für Lehrer, Interessierte oder Schüler bieten, die beispielsweise Vorträge ausarbeiten müssen oder Material für ihren Unterricht benötigen.

"Um die Ausstellung erweitern zu können, sucht der Förderverein noch originale Gegenstände jüdischen Lebens, die mit Michelbach in Verbindung stehen", erklärt der Pfarrer. "Wir freuen uns über jeden Gegenstand."


zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

Sie können noch Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Bitte anmelden, um Ihren Kommentar abzuschicken
Für noch nicht registrierte Nutzer
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.








Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:


WEITERE ARTIKEL AUS Region

Autor: MICHAEL STRÖBEL | 06.08.2011

Google 1+

Zwischen Bachtal-Schönheit und Miss Deutschland

Sie ist Miss Bayern. Jetzt tritt sie auch bei der Wahl zur schönsten Frau Deutschlands an. Die Rede ist von Sarah-Lorraine Riek aus Syrgenstein. Ob sie nun die Krone ins Bachtal holt oder nicht – die 19-Jährige ist gewappnet.... mehr
Schwerer Unfall bei Brenz

Schwerer Vorfahrtunfall auf neuer Kreuzung bei Brenz

Weil eine Autofahrerin die Vorfahrt nicht beachtete, kam es am Dienstag zu einem verheerenden Unfall auf der neuen Bundesstraße 492: Die Unfallverursacherin wurde lebensgefährlich verletzt.... mehr

Motorradfahrer bei Streifzusammenstoß schwer verletzt

Illerberg Zu einem schweren Verkehrsunfall mit einem Motorradfahrer ist es am Sonntagmittag gegen 13 Uhr zwischen Illerberg und Witzighausen gekommen. Dieser war zwar lediglich an einem entgegenkommenden Auto vorbeigestreift, erlitt dabei jedoch schwere Verletzungen.... mehr

Familie muss ausziehen - Fünf Kinder in Wohnungsnot

Neu-Ulm Eine Alleinerziehende steht am 8. Juli mit ihren fünf Kindern auf der Straße, wenn sie keine Wohnung findet. Bisher ohne Erfolg, trotz professioneller Unterstützung der Wohnberatung der Neu-Ulmer Diakonie.... mehr

Auto hebt ab und schlägt zehn Meter weiter auf

Ulm - Dornstadt Mindestens einen Verletzten hat es am Sonntag gegeben, als ein VW in Dornstadt über eine Böschung geschanzt war, dabei abgehoben und zehn Meter weiter wieder aufgeschlagen war. Die Insassen des Fahrzeugs flüchteten jedoch.... mehr

Amok-Alarm an Schule in Memmingen - Fahndung nach Täter läuft

Memmingen Amok-Alarm hat am Dienstagnachmittag ein 15-jähriger Schüler der achten Klasse in Memmingen (Bayern) ausgelöst. Der Junge hatte die Lindenschule, eine Grund- und Hauptschule, mit zwei scharfen Waffen betreten und mehrere Personen bedroht. Auch ein Schuss fiel.... mehr