Mehr Durchblick für Touristen

Bad Mergentheim.  Noch müssen sich Kulturtouristen durch eine Vielzahl von Broschüren kämpfen, wenn sie die Region Heilbronn-Franken bereisen wollen. Ein Netzwerk soll Abhilfe schaffen. Gestützt wird "KIRA" durch Facebook.

Die kulturelle Vielfalt der Region Heilbronn-Franken, mit ihrer variierenden Landschaft, den stolzen Burgen, prächtigen Schlössern und historischen Kirchen, mag Einheimischen bekannt sein.

Doch bereits für Gäste wird es schwierig, sich in dem Meer an Sehenswürdigkeiten zurechtzufinden. Nur wer mehr als einen Reiseführer zur Hand nimmt und sich die Broschüren der drei Urlaubsregionen ansieht, dürfte eine Auswahl nach seinem Geschmack bekommen. Doch dieses Wirrwarr an Informationen soll ein Ende haben.

"KIRA" (das Kürzel steht für "Kulturtouristische Initiative regionaler Angebote") heißt das Projekt, mit dem das Liebliche Taubertal, die Ferienregion Hohenlohe und das Heilbronner Land eine gemeinsame Plattform über das bestehende Kulturprogramm und aktuelle Veranstaltungen erhalten sollen.

Im Bad Mergentheimer Deutschordensmuseum trafen sich jetzt rund 25 Vertreter aus Kultur, Tourismus, Verwaltung und Wirtschaft zu einer ersten Informationsrunde. "Wir möchten ein Netzwerk schaffen, das für Einheimische und Gäste eine Planungshilfe für die Freizeit darstellt", hielt Projektleiterin Dr. Karin Drda-Kühn vom Dienstleistungsbüro "Kultur und Arbeit" fest. An der gemeinsamen Präsentation der "Urlaubsregion Heilbronn-Franken" kann jede Einrichtung mitarbeiten, vom Museum über die Musikakademie, bis hin zur Pension. Nur so könne ein Rundum-Angebot für Kulturinteressierte entstehen.

Bei der Verbreitung der zusammengetragenen Informationen wird ein neuer Weg beschritten. "Wir möchten mittels neuer Medien kommunizieren. Denn auch die Generation 50 plus informiert sich heutzutage in den allermeisten Fällen erstmal im Internet", gab Drda-Kühn die Situation wieder. So sollen zum Beispiel über Internetdienste wie Facebook und Twitter Kommentare von Besuchern gesammelt werden, was für andere eine wichtige Entscheidungshilfe sein kann. Der Generation 50 plus gelte ein besonderes Augenmerk, da sie Wert auf Individualität lege und gegenüber den "schönen Dingen des Lebens" aufgeschlossen sei, so Drda-Kühn.

Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, dem auch das Ressort Tourismus zugeordnet ist, stellt für das Projekt 132 000 Euro zur Verfügung, wovon die Hälfte in Form von Sachleistungen bereitgestellt wird. "Wir nehmen in den zwei Jahren der Projektzeit eine Pilotfunktion für ganz Baden-Württemberg ein."

Bisher haben rund 60 Einrichtungen Interesse an einer aktiven Projektbeteiligung signalisiert. Überraschend sei vor allem das rege Interesse aus der Wirtschaft gewesen.

Info Einen ersten Eindruck von der neuen Plattform im Internet gibt es unter www.kiratour.de. Ansprechpartnerin ist Dr. Karin Drda-Kühn, Telefon 0 79 31/5 63 63 74, E-Mail: kira@kultur-und-arbeit.de.


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Autor: MICHAEL NICKOLAUS | 03.02.2012

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