Lob für Firma mit Weitblick und Vorreiterrolle

Niederstetten.  Als erstes Unternehmen im Main-Tauber-Kreis kooperiert jetzt die Niederstettener Firma Bass mit dem Tageselternverein (TEV). Betreuungsschwerpunkt für Kleinkinder ist die Einrichtung "Menschenskind".

"Wir wollen ein attraktiver Arbeitgeber sein. Deshalb müssen wir unsere Mitarbeiter, Mütter und Väter unterstützen", ist das klare Bekenntnis von Bass-Geschäftsführerin Dr. Stefanie Leenen. Sie kannte bereits "Menschenskind", ein Haus für Tagespflege in Niederstetten, als eine Mutter ihr im letzten Jahr sagte, sie würde gerne wieder arbeiten. "So kam mir die Idee zu dieser Kooperation", berichtet sie. Zusammen mit Personalreferentin Stefanie Müller besuchte besagte Mutter das "Menschenskind"-Haus. Beide waren begeistert von der ebenso familiären wie qualitativ hochwertigen Pflege, die Kleinkinder hier erfahren.

Auch der Tageselternverein ist stolz auf die bislang im Landkreis einzigartige Einrichtung in Niederstetten, die "Tagespflege in anderen geeigneten Räumen" - kurz TigeR - bietet. Das Motto lautet "familienähnlich, flexibel, individuell". Im Unterschied zu Kindertagesstätten werden hier die Kleinkinder - unter Dreijährige sind die Regel - von ihrer festen Tagesmutter betreut. Diese wiederum hat maximal drei Kinder um sich. Im "Menschenskind" arbeiten drei Erzieherinnen, eine Kinderpflegerin und eine Kinderkrankenschwester. Die eine TigeR-Gruppe kann maximal sechs, die andere maximal neun Kinder gleichzeitig aufnehmen. Weiterer Unterschied zur Kita: Eltern finanzieren nur die Betreuungszeit, die sie auch tatsächlich in Anspruch nehmen.

30 Prozent der Bass-Belegschaft sind Frauen, die nicht nur in der Verwaltung, sondern auch in der Produktion arbeiten. Ihnen will das Unternehmen zumindest Wahlfreiheit bieten. Besteht der Wunsch, weiter oder wieder zu arbeiten und dabei den Nachwuchs in guten Händen wissen zu können, so bietet Bass durch die Kooperation mit dem TEV jetzt aktiv Möglichkeiten. Verzahnt mit flexiblen Arbeitszeitmodellen will die Firma so gesellschaftlichen Anforderungen zeitgemäß begegnen. Eine Win-win-Situation, denn im internationalen Geschäft ist Kontinuität bei den Mitarbeitern ein wertvoller Faktor. Mit einem Förderbetrag will Bass die Betreuung der Kinder von Mitarbeitern unterstützen. Die Höhe dieses Betrags soll nach Feststehen der neuen staatlichen Betreuungsförderung festgelegt werden.

TEV-Vorsitzende Claudia Korinsky wies bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung darauf hin, dass Bass die erste Firma im Landkreis sei, die diese Verbindung mit dem Verein eingeht. Das unterstreiche den Weitblick der Firmenleitung. Gut vorstellen kann sie sich, dass die Zusammenarbeit sich auf eine betriebseigene Betreuung ausweitet: "Das Interesse steigt mit dem Angebot, die Entscheidung, das ,Ja zu einem Kind, wird leichter gemacht." Die Familienstrukturen ändern sich, stellt auch Bass-Geschäftsführer Martin Zeller fest. Oft ist niemand mehr da, der im Notfall einspringen kann, etwa wenn das Kind krank ist. Durch "Menschenskind" besteht die Möglichkeit auch für Mütter im Betrieb, die weiter weg wohnen, ihr Kind mit nach Niederstetten zu bringen und hier in die Tagespflege zu geben.

Frauen seien heute eher gewillt, Arbeit und Familie miteinander zu vereinbaren, Väter unterstützten dies mehr als früher, sagt Ursula Erbis-Grießl vom TEV. Da komme der qualifizierten Betreuung große Bedeutung zu; die Tagespflege erleichtert den Familien die Situation. Wie Claudia Korinsky hofft sie, dass sowohl die Einrichtung "Menschenskind" als auch die Initiative der Firma Bass Schule machen.


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Autor: THOMAS WELLER | 08.02.2012

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