Kontrastreich
Waldenburg. Unter dem Thema "Streng hoch 2" steht eine Ausstellung in der Waldenburger Bahnhofsgalerie Gleis 1. Gezeigt werden Arbeiten der Hohenloher Künstlerinnen Sonja Streng und ihrer Tochter Wildis.
Schon beim ersten Blick ist der Kontrast zwischen den filigranen anspielungsreichen Zeichnungen Sonja Strengs und der neorealistischen Malweise von Wildis Streng auffallend, deren Künstlerbiografie bereits mit elf Jahren bei einer Giacometti-Ausstellung in Stuttgart begann. Spannend ist es, die familiären und ästhetischen Wegspuren zu erforschen, was noch bis zum 15. März möglich ist.
Vorwiegend Selbstporträts sind das Sujet der mehrfach ausgezeichneten Wildis Streng, deren Zuordnung zum Hyper- oder Superrealismus - eine postmoderne Epoche der letzten Jahrezehnte - sich als zutreffend erwies. Ausdrucksmittel dieser quasi fotorealistischen Malerei sind kräftige Farben, klare Linien und schöne Bildaufteilungen, die dem Auge des Betrachters Ruhe geben.
Sie versteht ihre postfeministischen Frauenbilder mit quasi-expressionistischen Farben als Ausdrucksform ihrer weiblichen Autonomie. Surreal-heiter sind die Köpfe, aus denen Bäume wachsen. Die vielfältigen Tierporträts tragen wie etwa die Eule humane Gesichtszüge, überhaupt sind oft surreal anmutende Landschaften - etwa Dschungel - oder Pilze der Kontext der Frauen, die den Betrachter unmittelbar fixieren. Auf ihrer bemerkenswerten Website sind viele der ausgestellten Bilder zu sehen, sie bietet originelle Postkarten und Kunstkalender an (www.wildisstreng.de).
Sonja Strengs serielle Arbeiten sind Zeugnisse und Zeichen biografischer Impressionen, oft fragmentarisch und symbolisch rätselhaft. Ihr Leitmotiv "Wo ist eigentlich Hilversum?", inspiriert von der Skala alter Radios, drückt diese Suche nach bildhaften Empfindungen gut aus. Sehr subtil und schemenhaft arbeitet sie mit Gemüsebrei und -saft, Bleistift, Acryl, Objekten des Alltags. Das mutet manchmal spielerisch, manchmal skurril und ironisch an, wenn sie Belanglosigkeiten oder Unbewusstes hervorbringt, etwa im Tagebuch eines Hügels, der zum Thema einer Serie wird. Die Bildtitel entstehen am Ende des Kreationsprozesses und können sowohl Chiffren als auch Symbole sein: Zugvögel, von Bäumen und Zweigen oder der "Moonwalker" aus der Reihe Sonnensturm. Beide Künstlerinnen befassen sich mit Eat-Art - und das passt prima in eine Kulturkneipe. hag
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar
WEITERE ARTIKEL AUS Region
- IG Bau fordert mehr Zollfahnder in der Region Seit Januar 1120 Verfahren wegen illegaler Beschäftigung
Autor: SWP | 31.12.2010
| Artikel twittern |
|
|
Stellen bis Mitte März im Gleis 1 in Waldenburg aus: Wildis und Sonja Streng. Privatfoto
MEISTGELESENE ARTIKEL
Zwischen Bachtal-Schönheit und Miss Deutschland
Sie ist Miss Bayern. Jetzt tritt sie auch bei der Wahl zur schönsten Frau Deutschlands an. Die Rede ist von Sarah-Lorraine Riek aus Syrgenstein. Ob sie nun die Krone ins Bachtal holt oder nicht – die 19-Jährige ist gewappnet.... mehr
Schwerer Vorfahrtunfall auf neuer Kreuzung bei Brenz
Weil eine Autofahrerin die Vorfahrt nicht beachtete, kam es am Dienstag zu einem verheerenden Unfall auf der neuen Bundesstraße 492: Die Unfallverursacherin wurde lebensgefährlich verletzt.... mehr
Motorradfahrer bei Streifzusammenstoß schwer verletzt
Illerberg Zu einem schweren Verkehrsunfall mit einem Motorradfahrer ist es am Sonntagmittag gegen 13 Uhr zwischen Illerberg und Witzighausen gekommen. Dieser war zwar lediglich an einem entgegenkommenden Auto vorbeigestreift, erlitt dabei jedoch schwere Verletzungen.... mehr
Familie muss ausziehen - Fünf Kinder in Wohnungsnot
Neu-Ulm Eine Alleinerziehende steht am 8. Juli mit ihren fünf Kindern auf der Straße, wenn sie keine Wohnung findet. Bisher ohne Erfolg, trotz professioneller Unterstützung der Wohnberatung der Neu-Ulmer Diakonie.... mehr
Auto hebt ab und schlägt zehn Meter weiter auf
Ulm - Dornstadt Mindestens einen Verletzten hat es am Sonntag gegeben, als ein VW in Dornstadt über eine Böschung geschanzt war, dabei abgehoben und zehn Meter weiter wieder aufgeschlagen war. Die Insassen des Fahrzeugs flüchteten jedoch.... mehr

ZURÜCK
