Einzigartig in der Region

Bad Mergentheim.  Ein neues, hochmodernes Herzkatheterlabor steht im Caritas-Krankenhaus in Bad Mergentheim. Es macht eine verbesserte Therapie bei Durchblutungsstörungen und Herzrhythmusstörungen möglich.

Das Labor ist einzigartig in der Region. Neben der Diagnose und Behandlung von Durchblutungsstörungen und Herzinfarkt ist jetzt auch eine optimale Therapie von Herzrhythmusstörungen möglich. Aus eigenen Mitteln hat das Caritas-Krankenhaus rund 1,8 Millionen Euro für die neue Anlage im Sockelgeschoss des Zentralbaus investiert.

Mit dem Gerät aus dem Hause Siemens steht in Bad Mergentheim die neueste Technologie zur Verfügung, die derzeit deutschlandweit auf dem Markt ist. Von einer "beträchtlichen Investition in eine beträchtliche Innovation" sprach der ärztliche Direktor Prof. Dr. Christoph Eingartner bei der Vorstellung des Labors. Seine Möglichkeiten sollen jetzt Schritt um Schritt zum Wohle der Patienten in die Praxis umgesetzt werden. Damit gehe das Caritas-Krankenhaus auf dem Weg weiter, den es bereits 1984 mit der Einrichtung seines ersten Herzkatheterlabors und dessen Erneuerung im Jahr 1996 begonnen habe.

Die Nutzungszahlen seien seitdem steil angestiegen: Waren es 1996 nur 600 Untersuchungen und knapp 100 Interventionen, so liegen die Zahlen für 2011 bei 1400 Untersuchungen und rund 500 Interventionen. Jetzt aber feiere man eine "inhaltliche Innovation" mit der Möglichkeit der "invasiven Elektrophysiologie".

Im neuen Herzkatheterlabor, so informierte Privatdozent Dr. Mathias M. Borst, Chefarzt der Medizinischen Klinik 1, betrage die Strahlungsdosis für den Patienten nur noch bis zu 30 Prozent der bisher üblichen Werte. Auch die Belastung durch Kontrastmittel werde deutlich reduziert.

Dies hänge damit zusammen, dass das Gerät über zwei "C-Bögen" verfüge - Röntgen-Aufnahmeeinheiten, die in jeder Richtung schwenkbar seien. So könnten auch zwei Aufnahmen auf einmal gemacht werden. Dabei sei die Bildqualität zugleich erheblich besser als gewohnt, es gebe eine 3-D-Bildgebung und einen speziellen intrakardialen Ultraschall. So könnten die anatomischen Details am Herzen und die immer feiner konstruierten Katheter (Sonden) und Stents (Gefäßstützen aus Drahtgeflecht) gestochen scharf dargestellt werden. "Der Herzinfarkt ist unser Herz-Stück", hob der Chefarzt hervor. "Mit der neuen Herzkatheteranlage und den vielen weiteren Investitionen in moderne Medizintechnik in den vergangenen Jahren können wir den Menschen in der Region eine kompetente hochwertige medizinische Versorgung anbieten, wie sie sonst nur in großstädtischen Zentren zu finden ist." Mit denen könne man im Übrigen, so erweise die Statistik, schon bisher im zeitlichen Ablauf ganz gut mithalten. Was im ländlichen Main-Tauber-Kreis länger dauere, sei der Transport ins Krankenhaus, auch werde der Notarzt im Durchschnitt deutlich später von den Angehörigen gerufen.

Nach der Vorführung eines von Ute Emig-Lange produzierten informativen Films über den Ablauf einer Herzuntersuchung stellte Dr. Borst noch eine wesentliche Neuerung vor, die "elektrophysiologische Diagnostik und Therapie" für Herzrhythmusstörungen. Für sie sei man jetzt optimal eingerichtet und erspare den Patienten die bisher nötigen weiten Wege.

So könne man etwa bei Patienten mit Vorhofflimmern oder Vorhofflattern eine sogenannte Katheter-Ablation durchführen und die Ursache der Erkrankung direkt am Herzen dauerhaft beseitigen. Die lebenslange Einnahme von Medikamenten mit der Gefahr von Nebenwirkungen könne so vermieden werden.

Die bisherige Herzkatheteranlage bleibt im Übrigen weiterhin voll funktionsfähig. Während ein Saal für Routineeingriffe genutzt wird, ist damit eine permanente Bereitschaft für Notfalluntersuchungen - etwa bei akutem Herzinfarkt - rund um die Uhr garantiert.


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Autor: PETER KESSLER | 18.01.2012

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