40 von 130 Schmetterlingsarten landesweit auf der Wacht

Manchmal müssen Auswärtige den Einheimischen auf die Schönheit ihrer Umwelt aufmerksam machen. So bei der Jahreshauptversammlung des Nabu Gaildorf-Limpurger Land am Freitag in Münster.

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Das Hinweisschild des NABU in der Eschenau in Gaildorf macht auf einen von nur zwei Brutplätzen von Kiebitzen kreisweit aufmerksam. Das Schild wurde zerstört. Der Nabu hofft auf die Vernunft der Hundebesitzer. Archivfoto: has

Rolf Prosi, Außendienstmitarbeiter aus Aalen, hält auf seinen Pausen unterwegs Ausschau nach Schmetterlingen - er ist quasi ein Hobby-Schmetterlingsbeobachter. So landete er auch auf einer vom Naturschutzbund (Nabu) betreuten Fläche - der Wacht mit ihrer wertvollen Wachholderheide mit unter anderem dem Enzian. Prosi zählte 40 Tagfalter von 130 in Baden-Württemberg vorkommenden Arten. Eindrucksvolle Bilder zeigten die fantastische Schmetterlingswelt mit dem Schwalbenschwanz, dem Zitronenfalter, dem Admiral und dem Falter mit dem ungewöhnlichen Namen Schornsteinfeger.

Die herrlichen Aufnahmen ermunterten die Nabu-Mitglieder zu weiteren Pflegemaßnahmen im Januar/Februar jeden Jahres, die Karl-Heinz Johe erläuterte, nachdem der Nabu-Vorsitzende Wilfried Tiedemann die 30 Anwesenden begrüßt hatte. Er wies darauf hin, dass es schwierig sei, Mitglieder und Aktive zu finden, da Gaildorf eine relativ intakte Umwelt besitze. Der geplante Naturstromspeicher mit der Windkraftanlage könne ohne Bedenken des Nabu verwirklicht werden, da die Bedenken wegen der Kiebitze sich als unbegründet erwiesen hätten. Sorgen machen müsste man sich jedoch um die Kiebitze in der Eschenau, wo Hundebesitzer zu wenig die Schilder beachteten, dort wegen der brütenden Kiebitze nicht ihre Hunde freilaufen zu lassen. Im vergangenen Jahr wurden die Schilder von "netten" Zeitgenossen entfernt, die vielleicht nicht wussten, dass man Kiebitze nicht einfach umsiedeln kann, da sie Feuchtwiesen benötigen. Es bleibt zu hoffen, dass die Einsicht und Vernunft dieses Frühjahr stärker ist und die Kiebitze friedlich in der Eschenau brüten können, zumal es nur noch einen weiteren Kiebitzbrutplatz im Kreis Hall gibt.

Als weitere Nabu-Aktivität erläuterte Karl-Heinz Johe die Wasservogelzählung von seltenen Vögeln wie dem Gänsesäger. Die Zählung ist auch wichtig für die genaue Anzahl der Kormorane, die immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Naturschützern und Anglern führen. Die Pflegemaßnahmen Anfang des Jahres werden inzwischen mit Unterstützung einer Firma und landwirtschaftlichen Betrieben durchgeführt, angeleitet vom Nabu. Die vogelkundlichen Führungen waren gut besucht, wo zum Beispiel das Zugverhalten der Vögel beobachtet, Greifvögelhorste besucht und die Brut dokumentiert wurden.

Wichtig für den Nabu ist auch die Arbeit mit Kindern wie beim Ferienprogramm mit der Pilzsuche. Im Juli sammelten Kinder Erfahrungen an einem von Karl-Heinz Johe angelegten Teich. Auch bei den Krötenwanderungen ist die Mitarbeit der Naturschützer angesagt.

Der Nabu betätigt sich auch gastronomisch am Bluesfest mit 400 Litern Most aus Obst von Streuobstwiesen. Wie jedes Jahr wurden auch 2012 von Oktober bis Dezember Pflegemaßnahmen auf der Wacht und in der Stadt durchgeführt, sodass zum Beispiel der Magerrasen auf der Wacht erhalten bleibt.

Die Kassenführung durch Werner Schweizer war von Hermann Markert geprüft und für tadellos befunden worden, sodass die Entlastung, auch des gesamten Vorstandes, einstimmig ausfiel.

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