2600 Voranmeldungen für Facebook-Party in Sulzbach-Laufen

Am Wochenende wäre um ein Haar auf dem Grillplatz Hochhalde in Sulzbach-Laufen "so richtig was los" gewesen. Ein Jugendlicher hatte über Facebook zur Party eingeladen und 2600 Leute wollten kommen.

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Es muss nicht mal spekuliert werden, ob er sich den bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer zum Vorbild genommen hat oder Thomas, den Filmhelden des Kinostreifens "Project X". "We love summer - Part I (Projekt X)" hat er über Facebook zu seiner Geburtstagsparty eingeladen und zwar zum Spiel- und Grillplatz Hochhalde, ein idyllisches Fleckchen auf Sulzbach-Laufener Gemarkung mitten im tiefen Wald.

Die Gemeindeverwaltung gab dem jungen Mann gerne die Genehmigung für die Party mit ein paar Kumpels zum 18. Geburtstag. Er verschwieg allerdings, dass er weit mehr Gäste erwartete als "ein paar Kumpels". Über Facebook hatte er wie Filmheld Thomas in "Project X" zur Party eingeladen. Bei zehn Euro Eintritt und freien Getränken nimmt manch einer auch gerne weitere Strecken in Kauf, und tatsächlich hatten sich 2600 Partygäste auf Facebook vorangemeldet, berichtet Bürgermeister Markus Bock. Der Anruf einer Mutter hatte ihn hellhörig gemacht, die wissen wollte, ob denn ihre 15-jährige Tochter die Fete auf der Hochhalde besuchen dürfe. Bock reagierte sofort. Allein eine Party mit "nur" 150 Gästen, die ihr Kommen fest zugesagt haben, hätte den Rahmen gesprengt. Der Förster stünde Kopf bei der Vorstellung, im Wald steigt eine Party mit DJ, Musikboxen und Verstärkern, abgesehen von dem ungelösten Toilettenproblem.

Bei kostenlosem, unkontrolliertem Ausschank sind Alkoholexzesse vorprogrammiert, an die Folgen lieber nicht zu denken. Die Hochhalde ist zudem eine Sackgasse, "da käme im Notfall kein Rettungsfahrzeug durch", sagt Bock. Nach einem Gespräch mit dem jungen Gastgeber sagte jener die Party über facebook ab. Die Polizei erledigte den Rest. "Wir sind früh Einsatz gefahren", sagt Stephan Schlotz, Leiter des Polizeipostens Gaildorf. Die Polizei schickte Gäste zurück, wobei die meisten schon per Handy informiert waren und erst gar nicht die Hochhalde ansteuerten. Mit fünf Streifen waren die Beamten unterwegs, um die Partygäste abzufangen. In Münster kontrollierte sie 80 Leute. Die Polizei behielt zeitgleich alternative partytaugliche Plätze im Auge, wie den Grillplatz in Münster. Er war erst vor kurzem bei einer "kleinen facebook-Party" verwüstet worden. - Der Veranstalter trägt übrigens die Kosten, auch die für die Müllentsorgung und die Polizeieinsätze.

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