Zwischen Obstbäumen im Paradies Landfrau Regina Bräuninger aus Ilshofen stellt Gartenführerinnen ihre Pflanzenanlage vor

Die Zertifikate sind bereits seit November 2013 an die neuen Gartenführerinnen verteilt. Regina Bräuninger hat ihre Kolleginnen am Mittwoch zur internen Gartenführung nach Ilshofen eingeladen.

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Regina Bräuninger (rechts) zeigt und erklärt den Gartenführerinnen, welche Pflanzenarten in ihrem Garten beheimatet sind. Die Qualifikation zur Gartenführerin bietet der Landfrauenverband an. Foto: Margitta Schmidt

Langsam hebt sich der Nebel über den Feldern. Die Regentropfen der Nacht schimmern auf den Blättern von rosa- und lilafarbenen Tulpen, fast verblühten Pfingstrosen und zartem Frauenmantel. Es ist kühl am Mittwochmorgen, als sich zehn neue Gartenführerinnen im Gartenparadies von Regina Bräuninger in Ilshofen einfinden.

Alle tragen warme Regenbekleidung, nur die Gastgeberin nicht. "Mir wird"s bestimmt nicht kalt", lächelt sie, nun doch ein wenig nervös. Die Führung bietet ihr eine gute Gelegenheit, sich vor "wohlgesonnenem Publikum" erstmals zu präsentieren.

"Nicht nur fürstliche Gärten haben eine Geschichte", beginnt Bräuninger ihren Rundgang und erzählt anschaulich von der Entwicklung des 50 Ar (5000 Quadratmeter) großen Anwesens, das ihr Großvater vor 90 Jahren kaufte. "Wenn ich als Kind zwischen Obstbäumen, Beerensträuchern und Nutzgärten spielte, kam ich mir vor wie im Paradies". Garten und Haus zu erhalten, sei eine Lebensaufgabe für sie geworden: "Ich verbringe jede freie Minute im Garten."

Im Laufe der Jahre hat sich der Garten gewandelt, die Begeisterung der Besitzerin ist bis heute geblieben. Den Nutzgarten hat die 56-jährige Kinderkrankenschwester verkleinert. Dadurch schuf sie Platz für eine Neuanlage nach dem Vorbild alter Bauerngärten. Neben einem Frühlingsbeet erstreckt sich die Kräuterecke. Ein Buchsrondell, umgeben mit rosenberankten Obelisken, zeigt Symmetrie. Der große Blumengarten ist in der typischen Kreuzform angelegt. Alte Bauernblumen, wie Kornblumen, Rittersporn und Lavendel, gedeihen hier zwischen allerlei Gräsern. Aus den Wegfugen quellen verirrter Borretsch und wilde Akelei. "Die Akeleipflanzen stehen unter meinem persönlichen Naturschutz", schmunzelt Bräuninger und erstaunt bei der Benennung ihrer vielen Pflanzen mit profunden Kenntnissen. Steinbänke, ein alter Brunnen und unterschiedliche Kunstgegenstände ziehen die Blicke auf sich. Die liebevolle Gestaltung und der natürliche Wildwuchs laden zum Schauen, Berühren und Verweilen ein.

Aber die Fachfrauen haben viele Fragen zu Gartenplanung, Schädlingsbekämpfung und Bewirtschaftung. Die frühere Landfrauenvorsitzende spricht sich gegen den Einsatz chemischer Spritzmittel aus. Schnecken sammelt sie von Hand ab - eimerweise, bei diesem feuchten Wetter. Bei der Reflexion mit Referentin Eva Neumann wird die Umsetzung der Ausbildungsziele angesprochen: Wie war der Einstieg? Konnte die Gruppe zusammengehalten werden? War die Sprache identisch und gut zu verstehen? Wurde auf Fragen eingegangen? Dann geht es weiter zum nächsten Garten. Insgesamt drei stehen an diesem Tag auf dem Programm.

Die Ausbildung zur Gartenführerin wurde erstmalig von den Kreislandfrauenverbänden Schwäbisch Hall, Crailsheim, Hohenlohe und Gaildorf angeboten. Nach der siebentägigen Qualifikation, schloss sich eine freiwillige Coachingphase an. 11 der insgesamt 20 neuen Gartenführerinnen nahmen daran teil. "An sechs Tagen hatten die Frauen Gelegenheit, die Ressourcen des eigenen Gartens und die damit verbundenen Möglichkeiten auszuarbeiten, die Didaktik vorzubereiten und ihr Marketing zu erstellen. An zwei Tagen präsentieren sie sich jetzt den Kolleginnen", berichtet Dr. Beate Arman, Bildungsreferentin des Landfrauenverbandes Württemberg-Baden. Neben Führungen durch private Gärten, haben sich manche Teilnehmerinnen auf Naturerlebnisse mit Kindern spezialisiert oder halten Workshops ab. Andere haben bereits Anstellungen bei der Landesgartenschau oder bieten Rundfahrten und Vorträge an.

Land und EU helfen mit

Unterstützung Gefördert wurde die Qualifizierung durch das Programm "Innovative Maßnahmen für Frauen im ländlichen Raum" des Landesministeriums für ländlichen Raum und Verbraucherschutz sowie durch die Europäische Union.

Kontakt Ansprechpartnerin für Schwäbisch Hall und Hohenlohe ist Renate Seemann: Telefon (07944) 9436537 oder E-Mail seemannrenate@gmx.de

SWP

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