Zwischen Alltag und Zuversicht

Rund 800 000 Menschen hören die Seelsorge der Theologin im Radio - die gute Nachricht vor den Nachrichten. Dr. Lucie Panzer kam zum Abschluss der Woche der Kirchengemeinden nach Sulzbach-Laufen.

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Rundfunkpfarrerin Dr. Panzer predigte zum Abschluss der Woche der Kirchengemeinden in der Heerbergskirche. Foto: Urban

Gemeinsam mit ihrem Autorenkollegen Wolf-Dieter Steinmann ist die Rundfunkpfarrerin der Württembergischen Evangelischen Landeskirche, Dr. Lucie Panzer, für die geistlichen Sendungen im Evangelischen Medienhaus und auch im Jugendradio "Das Ding" zuständig. In der voll besetzten Laufener Heerbergskirche predigte sie zum Thema dieser Woche - "Grenz-Erfahrungen" - und darüber, dass man manchmal tatsächlich an seine Grenzen kommt. Sei es durch Erfahrungen mit dem Tod, eine Behinderung, Krankheit, Unfall, Stress, das Ende einer Beziehung oder eines Lebensabschnittes. Wie geht es dann weiter? Wie kommt man da raus? Auf der Gratwanderung zwischen Hoffnung, Zuversicht und einem Alltag, der manchmal einengend und bedrückend sein kann, könne man leicht abstürzen. Die Erfahrung der Theologin ist, dass Gott stark macht und einen festen Stand gibt.

Ermunterungen wie "Kopf hoch" und "reiß dich zusammen" funktionierten oft nicht. Es bedürfe Menschen, die einem Mut machen, gut zu reden und an Gottes Nähe erinnern. Pfarrerin Lucie Panzer findet, dass sich die Menschen gegenseitig viel mehr Hoffnungsgeschichten erzählen sollten - die Bibel sei voll davon. Als Beispiel nannte sie einen Journalist unserer Tage, der mit seinem Buch bestätigt, dass dies funktioniert. Christian Nürnberger schreibt darin über das, was ihm seine Eltern mit auf den Weg gegeben haben. Die biblischen Geschichten, die sie ihm abends immer erzählten, machten ihn fit fürs Leben. Gerade in Grenzerfahrungen, so die Rundfunk-Seelsorgerin, könne aus solchen Erinnerungen die Kraft und Freude wieder kommen, die Angst vorbeigehen und sich ein neuer Weg zeigen. "Deshalb sollten wir gerade unseren Kindern und Enkeln davon erzählen", so die vierfache Mutter. Das schaffe ein starkes Fundament, auf dem einen so schnell nichts umwerfen könne. Nur reden helfe jedoch auch nicht immer. Gerade die Menschen, denen es besser geht, sollten nach den anderen schauen und einfach nur zuhören. Mit den Worten von Dietrich Bonhoeffer: "Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Kraft gibt, wie wir brauchen - aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selber verlassen, sondern auf Gott", beendete die 59jährige Theologin aus Stuttgart ihren interessanten Vortrag.

Als Dank überreichte Pfarrer Armbruster einen Geschenkkorb mit regionalen Erzeugnissen der Landwirtsfamilie Stier aus Schönbronn. Zum Ausklang des Gottesdienstes und der gemeinsamen Woche der Kirchengemeinde spielte noch einmal der Posaunenchor unter der Leitung von Fritz Nagel.

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