Zuwachs in der Bande

350 Zuschauer kommen zur Premiere des Stücks "Die Räuber vom Mainhardter Wald". Im Ensemble der Laiengruppe mischen auch neue Gesichter mit.

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Szene in der Amtswachstube zu Hall: Büttel Karl (Martin Benzinger) notiert die Geständnisse der Räuber Mösersmüllersohn (Wulf von Wurmb) und Gögelbua (Uwe Jenß), die der Büttel Heiner (Hans "Pelle" Kotzel) auspeitscht. Foto: Karsten Dyba

Wer sich dieser Tage in die Wälder nahe Mainhardt wagt, muss auf der Hut sein: Kompromisslose Räuber treiben dort seit dem Wochenende wieder ihr Unwesen. Sie plündern, rauben und morden - doch das auf äußerst unterhaltsame Weise und vor ausverkauftem Haus. Das Traditionsstück "Die Räuber vom Mainhardter Wald", das heuer zum elften und in dieser Form wohl vorerst letzten Mal auf die Bühne gebracht wird, feierte mit rund 350 Besuchern Premiere.

Und neben all den alten Räuber-Hasen gibt es in diesem Jahr einige neue Gesichter in deren Reihen. Eine von den Neuen ist Verena Binder (29). "Ich musste unbedingt ein Teil der Räuber werden", sagt die junge Frau voller Euphorie und einem Leuchten in den Augen. Sie ist im hohenlohischen Ingelfingen aufgewachsen und lebt nun in Wackershofen. Binder ist seit diesem Jahr neues Mitglied bei den Laienschauspielern. "Als mir eine Freundin, die selbst bei den Räubern spielt, von dem Stück erzählt hat, war ich gleich Feuer und Flamme", erinnert sich die Erzieherin. Schon seit ihrer Kindheit sei sie begeisterte Theaterschauspielerin. "Ich habe mich direkt mit Angelika Tröster, unserer Regisseurin, in Verbindung gesetzt und mich dann vorgestellt." Das historische Kriminalstück habe sie schließlich voll überzeugt. "Ich habe die Geschichte gelesen und war total begeistert. Ich wusste gleich, da will ich mitmachen."

Im kommendem Jahr, in dem ein neues Stück inszeniert wird, das schildert, wie die Räuber zu Räubern wurden, übernimmt Binder die Hauptrolle: die rebellische Maria Ungerer. "Ich kann es jetzt schon kaum erwarten", so ihr vorfreudiges Urteil.

Auch Torsten Maurer (31) aus Kupferzell gehört zu den Neuen in der Räuberfamilie. Zwei Jahre ist es her, da gab"s bei Maurer die Räuber-Premiere. Nicht aber als Schauspieler wie jetzt, sondern als Zuschauer im Publikum. "Ich fand"s einfach klasse und habe damals schon überlegt, mitzuspielen", erinnert sich der Webdesigner. Das sei aber aus eher praktischen Gründen nicht möglich gewesen: "Ich habe damals noch in der Schweiz gelebt. Das wäre vom Fahren her einfach nicht gegangen." Seit April aber lebt er in der Region - und seitdem ist er bei den Räubern aktiv. "Ich wurde als Ersatz-Henkersknecht akquiriert. Fürs neue Stück hoffe ich auf eine Rolle mit mehr Text."

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