Zurück ins alte Bett

Der Sanzenbach soll wieder in sein ursprüngliches Bett verlegt werden. Zur Umgestaltung wurden die hydraulischen Berechnungen im Rat vorgestellt. Es wird zu diesem Thema noch eine Bürgerinformation geben.

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Der Sanzenbach soll naturnaher werden. Der Rosengartener Gemeinderat hat den Weg für weitere Untersuchungen frei gemacht. Foto: Ufuk Arslan

"Es ist ein ökologisch hochinteressantes Thema und fachlich unbestritten. Man muss sich schrittweise herantasten", sagte Bürgermeister Jürgen König. Es bedürfe einer sorgfältigen Planung. Bereits 2001 hat sich der Gemeinderat mit einem Gewässerentwicklungsplan für den Sanzenbach befasst und 2002 mit der Bevölkerung diskutiert. Dann jedoch wurde das Vorhaben zurückgestellt.

Angedacht wird, den Sanzenbach auf einer Strecke von 1,4 Kilometer vom Ort Sanzenbach bis zur Einmündung des Sanzenbachs in die Bibers in Rieden umzugestalten. Hydraulische Bewertungen wurden von Diplomingenieur Michael Haug vorgetragen. Er verwies auch auf den Vorentwurf der Planungswerkstatt, der dem Gemeinderat im Juni 2012 vorgestellt wurde. Randstreifen des Sanzenbachs sind teilweise unter drei Meter breit und werden nicht, wie gewünscht, extensiv bewirtschaftet. Uferböschungen sind steil und gleichförmig ausgebildet. Es gibt auf der Südseite einen Fahrweg mit Abwasserkanal.

Es seien enge Randbedingungen, die ökologisch sehr nachteilig sind, berichtete Michael Haug. Er verwies auf erforderliche Veränderungen. Zentrale Maßnahme sei der Rückbau der Sohlschalen und des Betonbaus, des Weiteren ist es die naturnahe Umgestaltung der Einmündungen und Verdolungen. Hinzu kommen sollten die Entwicklung eines insgesamt naturnahen Gewässers, Böschungsabflachungen und Querprofilaufweitungen. Im Sanzenbach sollten Verdolungen zurückgebaut und ersetzt werden durch Brücken mit einer lichten Weite von vier Metern.

Für die Sohlsicherung sollten für den Boden 20 Zentimeter Schotter aufgeschüttet und Flussbausteine eingebaut werden. Es sollte einen gepflegten Gewässerrandstreifen mit zehn Meter Breite geben, der nicht beweidet werden sollte. Es werde deswegen aber keine Verschlechterung der Hochwassersituation geben, so der Experte.

Kritische Anmerkungen gab es zur Kosten- und Nutzungbewertung. 300000 Euro sind zunächst angesetzt. Nicht enthalten ist darin der vorgeschlagene Brückenbau.

Ein Grund für die naturnahe Umgestaltung wäre, dass sich die Wasser-Lebewesen besser bewegen könnten. Es gebe dazu das Landeswassergesetz, um einem guten ökologischen Zustand herbeizuführen, berichtete Haug. Dafür gebe es 70 Prozent Landeszuschuss.

Die Rinderweiden am Sanzenbach müssten bleiben, wurde gefordert. Durch Rinder aber sind die Bachränder teilweise abgebrochen. Einzäunungen wären hilfreich, sagte König. Der Platzbedarf für Gestaltung und die vorgesehenen Gewässerrandstreifen mit zehn Meter Breite müsse als erstes ermittelt werden, war zu hören. Abgeklärt werden sollte die Nutzung zuerst mit den drei Anliegern, so der Wunsch.

Bürgermeister König hält zunächst eine Gesamtplanung für erforderlich, danach gebe es Gespräche. Der Bach sei auch im Oberlauf kaputt, nicht nur im Unterlauf. Er müsste komplett saniert werden, sagte ein Gemeinderat.

Wenn eine Verbesserung erreicht werden kann, sollte man dies weiter verfolgen, war zu hören.

Der Diplom-Biologe Peter-Christian Quetz ist mit einer Artenschutzuntersuchung beauftragt worden. Wenn die vorliegt, geht es in die Bürgerinformation. Den hydraulischen Berechnungen wurde zugestimmt.

Mit drei Enthaltungen wurde die weitere Bearbeitung beschlossen.

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