Zum Schluss gehts auch um Landwirtschaft

Traditionell beginnt der Ilshofener Ostermarkt mit einem "Landtag" für Landwirte. Doch die machten sich gestern ziemlich rar. Gastredner war Regierungspräsident Johannes Schmalzl.

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Klare Worte von Regierungspräsident Johannes Schmalzl beim Landtag.

"Ich bin schon etwas enttäuscht, dass so wenige Besucher gekommen sind", sagte der Ilshofener Bürgermeister Roland Wurmthaler beim Landtag gestern Vormittag in der Stadthalle. Rund 50 Besucher waren gekommen, gut 20 davon "Offizielle": Landtagsabgeordneter Rüeck, Landrat Bauer, Behördenleiter, Bürgermeister und Verwaltungsangestellte. Die meisten anderen Besucher kamen aus Ilshofen selbst - auch wenn dort der eine oder andere Landwirt mit am Tisch saß. Wurmthaler: "Dabei stehen wir im ländlichen Raum vor großen Herausforderungen und Chancen, und wer kann dazu mehr sagen als der Regierungspräsident?" So hatte Johannes Schmalzl seine Rede überschrieben, und er sprach viele Themen an, die die Bürger derzeit bewegen. Die Polizeireform, zum Beispiel. "Sie muss an den Ergebnissen gemessen werden." Sie werde den ländlichen Raum stärken. "Es sollen ja mehr Indianer in die Fläche", sagte Schmalzl am gestrigen 100. Todestag des Winnetou-Schriftstellers Karl May. Nächstes Thema: Verkehrsinfrastruktur. "In mir sehen Sie einen starken Verfechter des sechsspurigen Ausbaus der A6." Immer wieder müsse man auch in Berlin die Bedeutung dieser "europäischen Achse" betonen.

Thema Breitbandversorgung: "Der ländliche Raum darf nicht abgehängt werden." Deshalb gebe es von ihm ein klares Bekenntnis für das schnelle Internet auf dem flachen Land - und ELR-Fördermittel.

Thema Windenergie: Das von der Landesregierung geforderte "Windkompetenzzentrum" werde er gern einrichten. Aber nicht ohne Juristen, "damit die Genehmigungen auch vor den Gerichten standhalten". Sonst gebe es keine Planungssicherheit.

Thema Krankenhaus: "Wenn jeder, der für ein lokales Krankenhaus plädiert, sich dort auch operieren lässt, sind wir gut aufgestellt." Dennoch könne es nicht an 50 Standorten den gleich hohen Standard geben. Kooperationen seien das Gebot der Stunde. "Aber ich weiß, dass das ein emotionales Thema ist."

Thema Urbanisierung: Das indes sei in Baden-Württemberg kein Thema. Der ländliche Raum sei hier keine Idylle ohne Arbeitsplätze. Deshalb sei das Land auch nicht abgehängt vom Rest der Welt. "Fahren Sie mal in Frankreich über Land. Da ist nichts als Ödnis und Steppe."

Thema Demografie: Hier kein Problem. "Baden-Württemberg wächst noch." Das liege aber auch daran, "dass wir in den vergangenen Jahren die Weichen richtig gestellt haben". Und wenn der FDP-Mann Schmalzl von "wir" redet, meint er natürlich die "alte", vor einem Jahr abgewählte Landesregierung. Die aktuelle bezeichnet er in seiner Rede konsequent als "die neue Regierung". Allerdings: Beim Thema Abwasser gebe es keine Opposition und keine Regierungspartei. Es sei in jedem Fall für den ländlichen Raum eine Herausforderung - und wichtig. Deshalb unterstütze er die Sanierungen der kommunalen Kläranlagen.

Und am Schluss kam der Regierungspräsident dann doch noch auf das Thema Landwirtschaft: Ohne die gehe es nämlich nicht im ländlichen Raum. Auch wenn dort immer weniger Menschen arbeiteten, werde ihre Bedeutung in Zukunft nicht weiter zurückgehen. Schließlich werde die "Ernährungssicherheit" bei einer Weltbevölkerung von sieben Milliarden immer wichtiger. Aber der ländliche Raum sei eben mehr als "nur" Landwirtschaft. "Wir haben hier viel Potenzial und können optimistisch in die Zukunft blicken." Sein Fazit: Besonders im Kreis Schwäbisch Hall könne man gut leben und gut arbeiten.

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