Zukunft ist nicht gerade rosig: Harald Ebner besucht Schule am Kreßberg

Die Zukunft der Schule am Kreßberg hat den Bundestagsabgeordneten Harald Ebner auf einer Wahlkreis-Tour beschäftigt. Dabei konnte der grüne Politiker nicht viel Hoffnung auf den Erhalt der Schule machen.

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Zwei abgelehnte Anträge auf Einrichtung einer Gemeinschaftsschule, schwindende Schülerzahlen - nur fünf Fünftklässler gibt es derzeit an der Schule am Kreßberg - und nach Jahren des Kampfes für den Erhalt des Schulstandortes resignierten Lehrer und Eltern. Die Situation an der Werkrealschule in Marktlustenau ist, was die Zukunft betrifft, nicht gerade rosig. Im Schulalltag freilich merkt man davon wenig: In kleinen Klassen lernen die Schüler nach modernen Unterrichtsmethoden für ihre eigene Zukunft.

Dass der Bestand der Werkrealschule ungewiss ist, dafür macht der Kreßberger Bürgermeister die Landespolitik verantwortlich. "Die Werkrealschule ist totgeredet worden - ohne Idee, wie es weitergehen soll", meint Robert Fischer. "Der ländliche Raum wird bei der Schulentwicklung, die allein aus Kostengründen auf große Schulzentren setzt, völlig vernachlässigt." Unzufrieden ist Fischer außerdem mit der Vergabepraxis. "In meinen Augen werden die Gemeinschaftsschulstandorte willkürlich verteilt", sagt er. Anders könne er sich nicht erklären, dass die Kreßberger Anträge abgelehnt worden seien.

Auf dem Land würde es eher funktionieren

"Es war eine Fehleinschätzung, Kreßberg bei den Gemeinschaftsschulen nicht zu berücksichtigen", ergänzt Schulleiter Siegfried Köhnlein. Eine Gemeinschaftsschule auf dem Land hätte viel bessere Chancen, dem Gemeinschaftsschulgedanken, dass Kinder jeden Bildungsniveaus miteinander lernen, gerecht zu werden. In der Stadt würden die Eltern ihre Kindern eher auf Realschulen und Gymnasien schicken als in eine Gemeinschaftsschule. "Auf dem Land würde eine Gemeinschaftsschule eher funktionieren, weil Eltern eine wohnortnahe Beschulung schätzen", so Köhnlein. Die Schule am Kreßberg besuchte aus diesem Grund bislang stets ein hoher Prozentsatz an Schülern mit Realschulempfehlung. Nach der letzten Ablehnung entschieden sich die meisten Schüler jedoch für andere Schulen.

Der Bundestagsabgeordnete Harald Ebner verteidigte die Bildungspolitik der grün-roten Landesregierung. "Die Grundidee ist, den gesellschaftlichen Veränderungen gerecht zu werden. Ich stimme jedoch zu: Es kann nicht funktionieren, wenn man einfach die Werkrealschulen zu Gemeinschaftsschulen umformt und die anderen Schularten außen vor lässt", so der Politiker.

Das Schulsystem könne nur umgestaltet werden, wenn alle bereit seien mitzumachen, stellte Ebner klar und spielte damit auch auf den Prozess der regionalen Schulentwicklung an, der viel zu spät eingeleitet worden sei. Das Engagement der Bürgermeister der Landgemeinden, die sich für einen Gemeinschaftsschulstandort in Honhardt einsetzen, sei in diesem Zusammenhang zwar lobenswert, hätte aber nicht erst vor wenigen Wochen, sondern bereits vor zwei Jahren starten sollen.

Nach wie vor Chance für Gemeinschaftsschule

Einer der ersten, der mahnte, bei der Frage nach der Schulentwicklung nicht nur den eigenen Standort, sondern die Raumschaft im Blick zu haben, ist Hans-Joachim Feuchter, Fraktionsvorsitzender der Grünen/ÖDP im Kreistag. "Ich gehe davon aus, dass keine weitere Gemeinschaftsschule genehmigt wird, solange es keine Konzeption gibt zur Schulentwicklung in der Region", sagte Feuchter in Kreßberg mit Blick auf den noch laufenden Antrag der Honhardter Wilhelm-Sandberger-Schule. "Ich sehe nach wie vor eine Chance für eine Gemeinschaftsschule in der Raumschaft."

Info Die regionale Schulentwicklung ist heute in der Eugen-Grimminger-Schule in Crailsheim Thema einer Diskussion mit Regierungspräsident Johannes Schmalzl, den Schulträgern und dem Schulamt.

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