Zu Gast beim "Deutschman"

Freundschaft ist Vergnügen - und manchmal auch Arbeit: So haben kürzlich 21 Landwirtschaftsschüler aus dem Brettheimer Partnerort Chatte auf Hohenloher Höfen kräftig mit angepackt.

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Neue Freundschaften geknüpft: Hohenloher Gastfamilien und französische Praktikanten beim Abschiedsfest. Privatfoto

Der Brettheimer Ortsvorsteher Reiner Groß war gerade in vorweihnachtlicher Hochstimmung, als die Vorsitzende des Chatter Partnerschaftskommittees ihn im Dezember anrief und fragte, ob er 21 Praktikanten an landwirtschaftliche Betriebe in Hohenlohe vermitteln könne. "Ha ja, das wird schon kein Problem sein", antwortete er also - und dachte: Der Winter ist lang, da bleibt viel Zeit zum Organisieren. Aber nichts da: Schon im Januar wollten die französischen Partner eine Antwort. Die Zeit drängte - und auf die Hohenloher Gastfreundschaft war Verlass. 13 Familien erklärten sich bereit, Schüler aufzunehmen.

Jüngst also waren sie tatsächlich da, die Franzosen, 17 bis 19 Jahre alt, allesamt Landwirtschaftsschüler in Chatte. Ihr Schulleiter André Roux ist gleichzeitig Bürgermeister und damit eine der Säulen der französisch-hohenlohischen Freundschaft. Unterstützt wurde das Gastspiel von der Europäischen Union.

"Die Schüler kamen nicht alle aus Chatte, sondern auch aus dem Umland", erzählt Groß. "Sie hatten also zum großen Teil bisher keinen Bezug zu Brettheim. So hat uns die Aktion neue Beziehungen erschlossen." Und die Gäste konnten kein Deutsch, nur zwei davon sprachen ein paar Brocken Englisch. Groß: "Die Verständigung war ein Phänomen - alles ein bisschen Hand-, Fuß- und Zeichensache."

Es hat funktioniert. Die französischen Schüler wurden für drei Wochen quasi zu Mitgliedern ihrer Gastfamilien. Sie bekamen ein Bett und Verpflegung - und sie mussten mit anpacken bei allem, was auf den Höfen so anfiel, vom Putenladen bis zum Schweine füttern. Alle waren - so lautete die Vorgabe - in viehhaltenden Betrieben untergebracht.

Abends freilich wollten sie gemeinsam etwas unternehmen. "Und so sind auch die unterschiedlichen Deutschen zusammengekommen", berichtet Groß. "Das Gesellige während dieser drei Wochen war schön. Die Aktion war also auch eine gute Sache für die Betriebe."

An den Wochenenden wiederum wurde gemeinsam das Hohenloher Land erkundet - vor allem mit Blick auf seine bäuerlichen Strukturen. Da wurde etwa die Biogasanlage der Familie Humpfer in Standorf ebenso besichtigt wie Willi Strohmeiers Landmaschinenmuseum in Brettheim. Da schaute man sich den Schlachthof der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft in Hessental an, die Firma Bosch-Tiernahrung in Wiesenbach und den Betrieb von Alfred Vogt in Heufelwinden. Es ging nach Rothenburg, Schwäbisch Hall und zum Vesper in Spielbach.

Besonders angetan hat es den Franzosen der deutsche Gerstensaft. "Einer hat einen Extra-Koffer voller Bier mit nach Hause genommen", sagt Groß. Und bei einem Spiel des SV Brettheim ging erstmals überhaupt das Braugut aus.

Bei so viel fröhlichem Genuss floss am Ende sogar die eine oder andere Träne - und für die Gastgeber gab es eine nette Abschiedskarte. Einer der Praktikanten schrieb: "Danke schon für alles Deutschman."

Hohenloher Gastfreundschaft mal 13
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