Ziemlich beste Freunde

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Beginn einer langen Freundschaft? Christian von Stetten ist sich noch nicht so sicher, ober er mit Sigmar Gabriel gemeinsam Politik machen mag. Privatfoto

Als Christian von Stetten noch die Grundschule in Kocherstetten besuchte, mussten sich seine Eltern noch keine Sorgen um den Umgang ihres Sohnes machen. So mancher politischer Ziehvater mag sich dagegen gewundert haben, als der Freiherr mit seinem neuen Freund im Bundestag erschien. Immerhin, der Skandal-Rapper Bushido hatte sich für den Auftritt mit dem Adelsspross zumindest in einen Anzug gezwängt.

Spätestens als von Stetten sich rechtfertigen musste, ihm sei bewusst gewesen, dass Bushido kein Klosterbruder sei, schien die kurze Freundschaft beendet.

Jetzt bahnt sich etwas Neues an. "Es gibt Kollegen die meinen, es war heute der Beginn einer langen Freundschaft", schreibt von Stetten auf seiner Facebook-Seite und zeigt dort ein Bild von ihm mit einem SPD-Genossen. "Ich bin mir nicht so sicher", schreibt von Stetten weiter, "aber schauen wir einmal. . ." Zumindest scheint es so, als wolle dieser Sigmar aus Niedersachsen mit dem Christian aus Hohenlohe gut auskommen. "Ein gutes Bierchen zusammen nach Feierabend muss doch drin sein", schreibt ein Facebook-Nutzer. Ein anderer warnt: "Meine Mutter sagte immer: Mit solchen Kindern spielst Du mir nicht. Recht hatte sie. . ." Aber: Im Gegensatz zum Schmuddelkind Bushido trägt der Genosse aus Goslar sogar Krawatten - wenn auch meist rote.

Sein Treffen mit Sigmar Gabriel, dem Parteichef der SPD, Vizekanzler in der großen Koalition und Bundesminister für Wirtschaft und Energie, hatte Christian von Stetten schon von langer Hand angekündigt. Eine eineinhalbstündige Aussprache über die Energiereform war geplant. Denn von Stetten ist zwar Abgeordneter aus der Provinz, aber nicht irgendeiner, sondern der Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand (PKM) der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Er sicherte Gabriel Unterstützung bei der Energiewende zu. Auch dieser habe Kooperationsbereitschaft signalisiert und den Wunsch, in regem Austausch mit dem PKM bleiben zu wollen.

Immerhin lagen sich die beiden ehemals politischen Gegner nicht beim ersten Treffen in der Wolle. Es könnte also sein, dass die beiden zumindest politisch ziemlich beste Freunde werden. Wenn der Minister wüsste, dass von Stetten in seiner Hohenlohischen Heimat möglichst wenig Windräder sehen will. . .

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