Ziel: Gymnasium im Bühlertal

In Obersontheim wird es keine Gemeinschaftsschule geben (wir berichteten). Bühlertanns Bürgermeister Michael Dambacher hofft, dass die Bühlertalgemeinden ein gemeinsames Schulkonzept erarbeiten.

|

"An uns hat es nicht gelegen. Unser pädagogisches Konzept hat gepasst, das Kollegium stand hinter dem Antrag und von der Gemeinde haben wir volle Unterstützung bekommen", stellt Obersontheims Schulleiter Eugen Altdörfer klar. Der Antrag sei nur abgelehnt worden, weil aus Sicht der Landesregierung zu wenige Schüler von der vierten Klasse in eine Gemeinschaftsschule wechseln würden.

Altdörfer widerspricht dem vehement. "Das Ministerium geht davon aus, dass mindestens 50 Prozent der Schüler aufs Gymnasium wechseln, das ist aber bei uns auf dem Land nicht der Fall." Jetzt sei es Aufgabe der Gemeinden, ein Konzept für das Bildungsangebot im Bühlertal zu entwickeln. Er bedauert, dass die Landesregierung sich erst Mitte bis Ende des Jahres dazu äußern will, wie sie die regionale Schulentwicklung plant. Wenn es zu einem Zwei-Säulen-Modell mit Gemeinschaftsschule und Gymnasium kommen sollte, müsse es hier im Bühlertal eine Form von Gemeinschaftsschule geben, fordert er.

Bühlertanns Bürgermeister Michael Dambacher und sein Obersontheimer Kollege Siegfried Trittner haben am Wochenende miteinander Kontakt aufgenommen. Noch in dieser Woche wollen sich die drei Bürgermeister Dambacher, Trittner und Franz Rechtenbacher aus Bühlerzell treffen, um sich über die Schulentwicklung im Oberen Bühlertal zu beraten. Er bedauert, dass es im Vorfeld des Obersontheimer Antrags kein Gespräch mit den Nachbargemeinden gegeben hat.

Dambacher betont, es gehe ihm jetzt um eine Gesamtkonzeption für das Bühlertal. Selbstverständlich müssten da die Standpunkte aller betroffenen Gemeinden einfließen. Aus seiner Sicht sei auch eine Beteiligung von Vellberg sinnvoll. Vellberg sei aber derzeit in einem Schulverbund mit Ilshofen. Die Landesregierung zeichne mit dem zweigliedrigen System die Richtung vor, so Dambacher. "Wir haben aus Stuttgart die Vorgabe, uns zur Gemeinschaftsschule hin zu entwickeln." Die Voraussetzungen seien in Bühlertann günstig, weil bereits ein Schulverbund mit Bühlerzell bestehe und die Realschule Schüler aus allen drei Gemeinden habe. Ihm sei wichtig, das Ganze nicht unnötig schnell voranzutreiben: "Wir wollen nicht gegen den Willen der Eltern vorgehen, sondern sie Schritt für Schritt mitnehmen."

Mit der Entscheidung gegen die Gemeinschaftsschule in Obersontheim sehe er größere Chancen für Bühlertann, das geplante Haus der Bildung zu bauen. Langfristig sei sein Wunsch, das Schulangebot im Bühlertal innerhalb der Gemeinschaftsschule mit einer Sekundarstufe II, die zum Abitur führt, abzurunden oder sogar einen Gymnasialzug anzubieten. "Aber dafür brauchen wir die passenden Schülerzahlen und alle Gemeinden müssen an einem Strang ziehen. Kirchturmpolitik kann hier keiner mehr machen", bekräftigt er.

Für Rüdiger Vetter-Dannenmaier, den Leiter des Bühlertanner Schulzentrums, ist es jetzt höchste Zeit, sich mit Schulträgern und Schulleitern von Vellberg, Obersontheim, Bühlertann und Bühlerzell an einen Tisch zu setzen. "Bisher war der zweite Schritt vor dem ersten", meint er zum Obersontheimer Gemeinschaftsschulantrag. Die Bühlertalgemeinden hätten unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse. "Die müssen jetzt offen angesprochen werden. Dann müssen wir gemeinsam sehen, wie es weitergeht, damit wir eine Lösung finden, mit der alle Beteiligten zufrieden sind."

Info Schulen im Oberen Bühlertal sind die Grundschule in Bühlerzell, die Grund-, Haupt-/Werkrealschule und Realschule in Bühlertann, in Obersontheim die Grund-, Haupt-/Werkrealschule sowie in Vellberg die Grund- und Hauptschule.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Ausflug in die Realität

SWR und die Familie Mack baten zu Besichtigung und Mitmachaktionen rund um die Pute auf den Sternhof in Weikersholz bei Rot am See. weiter lesen