Zeuge berichtet von Feuerball

Polizei und Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung ermitteln weiter zum Hubschrauberunglück auf der Autobahn. Die Maschine war vor einer Woche in eine Stromleitung gestürzt. Der 42-jährige Pilot starb.

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Etliche Zeugen haben sich bei der Haller Polizei gemeldet, die den Absturz genau vor einer Woche auf der Autobahn 6 bei Herdtlingshagen beobachtet haben. Unter ihnen ist auch ein Rechtsanwalt aus dem Allgäu, der von einem Gerichtstermin nach Hause wollte. "Ich fuhr auf der rechten Spur auf der A6 in Richtung Crailsheim", berichtet der 46-Jährige. "Vor mir war dieser Strommast, direkt dahinter eine Nebelwand." Plötzlich sei aus dem Dunst ein Hubschrauber aufgetaucht und gegen die Leitung gekracht. "Er hatte keine Chance."

Die Maschine habe sich in der Luft im Uhrzeigersinn gedreht. "Dann schlugen auch die Rotoren in die Leitung ein." Ein lauter Stromschlag sei zu hören gewesen, bevor die Maschine explodiert sei. "Ich hatte Glück, dass mein Auto nicht von den herabstürzenden Teilen getroffen wurde. Unter Schock habe ich am nächsten Parkplatz gehalten und den Notruf gewählt."

Die Haller Polizei lässt nun von Kollegen aus dem ganzen Bundesgebiet Aussagen aufnehmen, berichtet Sprecher Hermann Schüttler - denn viele Zeugen stammen nicht von hier, sondern waren auf Durchreise. "Das wird noch dauern." Laut Polizei legte die gelbe Robinson R44 noch rund 150 Meter zurück, bevor sie auf den Asphalt krachte. Der Pilot verbrannte. Der Unfall ereignete sich im Feierabendverkehr. Dennoch wurde auf der vielbefahrenen A6 lediglich ein Lkw leicht beschädigt. Der Fahrer erlitt einen Schock.

Die genauen Umstände des Hubschrauber-Absturzes werden auch von Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung geprüft, die am vergangenen Donnerstag vor Ort waren. Der zuständige Sachbearbeiter war am gestrigen Mittwoch nicht erreichbar.

Der Pilot, Vater von zwei Kindern, wollte für einen befreundeten Unternehmer den Hubschrauber von der Inspektion in Augsburg holen und nach Bretzfeld fliegen. Die Flugzeit beträgt rund 45 Minuten. Etwa zehn Minuten vor dem Ziel ereignete sich der Unfall.

Laut Polizei hat der 42-Jährige, der auf Sicht flog, vermutlich aufgrund des starken Nebels die Mindesthöhe von 150 Metern unterschritten. Ein Pilot erklärt: "Autobahnen bieten uns bei schlechter Sicht gute Orientierungshilfen." Die beschädigte Stromleitung hing auf 45 Metern Höhe.

Die Polizei, die von wochenlangen Ermittlungen ausgeht, hat die Schadenssumme erhöht. "Wir gehen von einer halben Million Euro aus", so Schüttler. Alleine die Erneuerung der Stromleitung koste 200000 Euro - dazu kämen etwa 300000 für Helikopter und Straße.

Die abgerissene Leitung wurde aufgrund der Witterung provisorisch instandgesetzt, teilt Regina König von Transnet-BW mit. "Später wird sie auf rund eineinhalb Kilometern Länge ausgetauscht." Die Versorgung sei dennoch gewährleistet.

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