Zehn Jahre Bürgerstiftung Fichtenberg

Das Stiftungsfest der Bürgerstiftung Fichtenberg war auch das Jubiläumsfest zum zehnjährigen Bestehen der Stiftung. Der Liederkranz Mittelrot sorgte für den Gesang, Pfarrer Wolfgang Bayer fürs Kabarett.

|
Vorherige Inhalte
  • Die Anerkennungspreisträger Monika und Helmut Stroh mit Professor Dr. Theo Simon (links) und Bürgermeister Roland Miola. Strohs engagieren sich vielfältig in der Gemeinde. Fotos: Karl-Heinz Rückert 1/2
    Die Anerkennungspreisträger Monika und Helmut Stroh mit Professor Dr. Theo Simon (links) und Bürgermeister Roland Miola. Strohs engagieren sich vielfältig in der Gemeinde. Fotos: Karl-Heinz Rückert
  • Der Liederkranz Mittelrot mit Dirigent Carsten Stocks. Auch die Sängerinnen und Sänger erhielten eine Finanzspritze. 2/2
    Der Liederkranz Mittelrot mit Dirigent Carsten Stocks. Auch die Sängerinnen und Sänger erhielten eine Finanzspritze.
Nächste Inhalte

Zahlreiche bisherige Stiftungspreisträger, Bürger, Vertreter der örtlichen Vereine und Betriebe nahmen neben Gemeinderäten und Mitgliedern des Stiftungsrates an der Feier teil. Sie wurden vom Landfrauenverein Fichtenberg umsorgt und bewirtet.

In seiner Begrüßungsansprache streifte Bürgermeister Roland Miola in seiner Funktion als Stiftungsratsvorsitzender die Entwicklung der im Jahr 2003 ins Leben gerufenen Bürgerstiftung Fichtenberg. Neben der Förderung kultureller und gemeinnütziger Vorhaben im weitesten Sinne, hat sich die Stiftung auch Jugendförderung und Maßnahmen mit sozialen Zwecken zum Ziel gesetzt. Zur Hauptstiftung, die aktuell mit einem Kapital von 82.000 Euro ausgestattet ist, gesellte sich eine Treuhandstiftung, in die der Verein der Gartenfreunde im Jahr 2009 das Vereinslokal "Seestüble" überführte. Deren Stiftungskapital beläuft sich auf über 263.000 Euro. Ein Versuch des damaligen Gemeinderats Häfele eine "Weissensee-Stiftung" zu gründen, scheiterte an dem für eine Zustiftung notwendigen Kapital von 25.000 Euro. Eingegangene Spenden für diese Initiative flossen der Hauptstiftung zu. Seit Bestehen der Fichtenberger Stiftung hat der Stiftungsrat, deren Geschäftsführer "Noch"-Kämmerer Jörg Schmidt ist, zahlreiche Projekte mit über 13.000 Euro gefördert. Alle Projekte und deren Initiatoren hätten Vorbildfunktion, lobte Miola deren konstruktives Engagement. Auch Steffen Baumgartner von der Landkreisstiftung würdigte am Rande der Veranstaltung gegenüber der RUNDSCHAU die lebendige Ausgestaltung der Bürgerstiftung in Fichtenberg und das bürgerschaftliche Zusammenwirken in der Rottalgemeinde. Das Wirken der Einrichtung würde auch von Landrat Gerhard Bauer anerkannt und mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.

Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung erfuhren drei Projekte eine Förderung durch die Bürgerstiftung. Detlef Ziegler von der Dorfgemeinschaft Erlenhof und als treibende Kraft des Schüler-Cross-Duathlons stellte das leichtathletische Angebot für Kinder und Jugendliche vor. Das Freizeitangebot richte sich vorrangig an Kindergartenkinder und Schüler aus der Gemeinde. Nicht Spitzensport sei gefragt, sondern sportlicher Vergleich je nach Ausdauer und Kondition. Mit dieser Einstellung beteiligen sich die Kinder auch an Vergleichswettkämpfen. Das Projekt wurde mit einem Förderpreis von 250 Euro bedacht.

Es fehlen Toiletten

Ein weiterer Förderpreis ging mit 250 Euro an den Schwäbischen Albverein-Ortsgruppe Fichtenberg für ein Investitionsprojekt. Dahinter versteckt sich der Einbau von Toiletten in die Gerätehütte des Vereins an der Silcherstraße, wie Eberhard Vogel preisgab. Die Fichtenberger Wanderer pflegen neben dem Gelände um die Hütte auch den dortigen Spielplatz. Hin und wieder kommen dort auch Vereinsmitglieder zu kleinen Treffen zusammen. Wegen fehlender Toiletten könnten dort jedoch keine größeren Veranstaltungen abgehalten werden, bedauerte Vogel. Das kann sich jetzt nach der Zuwendung durch die Bürgerstiftung ändern.

Sie hätten keine schlechten Stimmen, aber besser ginge es immer, begründete Uli Rost vom Liederkranz Mittelrot den Förderantrag des Vereins für ein Stimmbildungswochenende. Und weil Geld bei den 20 Sängerinnen und Sängern Seltenheitswert habe, sei der Projektpreis in Höhe von 200 Euro willkommen, bemerkte Rost augenzwinkernd. Mit den verbesserten Stimmen erhofft sich der Verein neue Mitsänger gewinnen zu können. "Wir wollen unser Bestes geben, damit wir noch besser werden!", kommentierte er den anschließenden Liedvortrag. Von Rosts launiger Projektvorstellung brauchte es keinen Spagat zu Wolfgang Bayers Kabaretteinlage. Vordergründig witzig-hintergründig nachdenklich, spielte er drei Nummern aus seinem Programm. Ob am Handy immer erreichbar, selbst wenn es der Bräutigam bei der Trauung ist, im religiösen Supermarkt oder wenn "Dipfelbach" den Superpfarrer sucht - die gesellschaftskritische Satire erreichte das Publikum.

Lebenswerk gewürdigt

Mit der Verleihung des Anerkennungspreises an Monika und Helmut Stroh würdigte die Bürgerstiftung deren Lebenswerk und vielseitiges gesellschaftliches Wirken in und für die Gemeinde. Laudator Professor Dr. Theo Simon hob vor allem das schulische Engagement der Preisträger hervor. Von 1987 bis 2004 habe Helmut Stroh als Konrektor und Rektor viel für die Fichtenberger Schule erreicht. Bis 2012 hatte Stroh das schulbegleitende Programm "Zukunftswerkstatt" mit einem hohen zeitlichen Aufwand organisiert und betreut. Als Mitbegründer der Bürgerstiftung und Stellvertreter des Stiftungsratsvorsitzenden gestaltet Stroh mit umfassenden und weitreichenden Themen die jährlichen Vortragsreihen der Bürgerstiftung, die stets eine große Besucherresonanz finden.

Dr. Simon hob auch das Engagement des Ehepaares in örtlichen Vereinen und Einrichtungen hervor - ob Elternvertreter im Gaildorfer Gymnasium oder wie Monika Stroh im Kindergarten und als Mitarbeiterin in der Gemeindebücherei. Die Aufzählung der Engagements der beiden schien beinahe unendlich.

Nach ihrer Pensionierung hätte das Paar so richtig aufgedreht, stellte der Laudator fest. Seit "Lebensqualität durch Nähe" (LQN) in Fichtenberg ein Thema ist, beteiligt sich Monika Stroh maßgeblich an deren Ausgestaltung. Federführend hat sie den Arbeitskreis "Mit- und füreinander Fichtenberg" übernommen, in dem sich weitere Projektkreise etablierten. Ihre Idee zu einer "Zeitbank 55+" zählt heute 30 Mitglieder. Zusammen mit Monika Heinz, der Vorsitzenden des Landfrauenvereins, bietet Monika Stroh Hand- und Bastelarbeit im gleichnamigen Kreis an. Das von Stroh ebenfalls ins Leben gerufene "Internet 50 +" soll mit dem Vorurteil aufräumen, dass Ältere nicht mit dem Internet umgehen können.

Die jüngste Initiative von Monika Stroh ist die "Bring- und Holstation". Dr. Simon, der die Aufgabeninhalte der Projekte skizzierte, würdigte das Paar, das trotz angeschlagener Gesundheit in seinem Engagement nicht nachlasse. Er dankte Monika und Helmut Stroh "für das, was Ihr der Gemeinschaft an kulturellem und sozialen Gut gegeben habt, und deshalb Vorbilder seid".

Mit einem umgewandelten Zitat John F. Kennedys dankte Helmut Stroh für die Auszeichnung durch die Bürgerstiftung: "Frage nicht was deine Gemeinde für dich tun kann, sondern frage, was du für deine Gemeinde tun kannst!" Diesen Leitsatz hätten sich er und seine Frau stets zu eigen gemacht. Sie werden sich weiterhin intensiv in das Gemeindeleben einbringen und ihren Beitrag leisten, versprach Stroh. Die Verleihung des Anerkennungspreises sei für sie kein Schlusspunkt ihres Engagements. Sie sei vielmehr Motivation für eine Weiterarbeit.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Alles auf die Kinder ausgerichtet

Langenburg nimmt offiziell neue Mensa und sanierte Schulräume in Betrieb und bietet künftig ideale Bedingungen für die Ganztagsbetreuung an Kindergarten und Grundschule. weiter lesen