Zeag sorgt für Wind in Bühlerzell

Fünf oder sechs Windkraftanlagen sollen an der Kohlenstraße auf Gemarkung Bühlerzell gebaut werden. In der Gemeinderatssitzung stellte der Energieversorger Zeag sein Modell vor. Die Räte waren überzeugt.

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Bisher steckte die Planung für den Bau von Windkraftanlagen in der Bühlertal-Gemeinde Bühlerzell in den Kinderschuhen. In der Sitzung des Gemeinderats ging es Bürgermeister Franz Rechtenbacher darum, über die Entscheidung abzustimmen, ob ein gemeinsamer Vertrag mit dem Energieversorger Zeag aus Heilbronn geschlossen werden soll.

Geplant ist bekanntlich ein interkommunales Windnutzungsgebiet an der Kohlenstraße. Laut aktuellem Stand sollen fünf oder sechs Windkraftanlagen in Bühlerzell gebaut werden. Die Landesforstverwaltung als Grundstückseigentümer bestimmt allerdings, wie die Anlagen verteilt werden. Dies solle jedoch im Hinblick auf die beteiligten Gemeinden Sulzbach, Gaildorf, Obersontheim und Bühlerzell "einigermaßen fair sein", versichert Harald Endreß, Geschäftsführer der Zeag Erneuerbare Energien GmbH.

Die Vertragspartner sind neben dem Energieversorger Zeag, eine noch zu gründende Energiegenossenschaft Bühlerzell und die Gemeinde. Letztere bekommt alle Rechte um dieses Modell, dass die Anlagen nicht weiterverkauft werden, abzusichern. Aufgabe der Energiegenossenschaft wird sein, dafür Sorge zu tragen, dass sich die Bürger beteiligen. Dabei kann sie jederzeit ihre Anteile erhöhen - "auch noch in 20 Jahren", wie Endreß betont. Die Zeag ihrerseits stellt Eigenkapital bereit.

"Jetzt muss das alles in Verträge gegossen werden", sagt Bürgermeister Franz Rechtenbacher. Davon gibt es gleich zwei: den Gesellschafts- und den Konsortialvertrag. Ersterer regelt beispielsweise, dass der Sitz der Gesellschaft, der Bühlerzell wäre, nicht ohne die Zustimmung der Gemeinde geändert werden kann. Ferner ist darin verankert, dass die Zeag einen Kommanditanteil von 99000 Euro hat. Daraus resultiert, dass das maximale Risiko der Gemeinde lediglich bei 1000 Euro liegt. "Es gibt auch keine Nachschusspflicht", hebt der Zeag-Geschäftsführer hervor.

Im Gesellschaftsvertrag heißt es außerdem, dass die einzige haftende Gesellschafterin die Zeag ist. Was die Gewinnverteilung angeht, so erfolgt diese den Anteilen entsprechend. Darüber hinaus dürfte für die Bühlerzeller von Interesse sein, dass Beschlüsse nicht gegen die Stimmen der Bürger erfolgen. Das bedeutet, es können keine neuen Gesellschafter aufgenommen und keine Kündigung von Unternehmensverträgen ausgesprochen werden.

Und was ist im Konsortialvertrag geregelt? Zum einen, dass die Energiegenossenschaft erst gegründet werden soll, wenn die Genehmigung für die Anlagen in trockenen Tüchern ist. Zum anderen ist im Vertrag verankert, dass drei Viertel der Wertschöpfung der Gemeinde und den Bürgern zustehen. Das restliche Viertel sichert sich die Zeag.

Bürgermeister Rechtenbacher sieht vor allem einen Vorteil im Vertragsmodell von Harald Endreß: "Mit der Planung und dem Bau könnte sofort begonnen werden." Endreß hat weitere Überzeugungsargumente parat: "Nach diesem Modell wurden inzwischen 53 Genossenschaften gegründet - mit insgesamt 7035 Mitgliedern." Weil es die Verwaltung überzeugt habe, werde das Modell nun in der Gemeinderatssitzung vorgestellt, sagt Rechtenbacher. Der Bürgermeister ist bereits Feuer und Flamme dafür. "Das Risiko für uns als Gemeinde ist sehr klein. Wir sichern uns Rechte, die andere Modelle nicht bieten. Wenn wir den Beschluss fassen, gehen wir den richtigen Weg." Nach diesem Plädoyer folgt ihm der Gemeinderat einstimmig.

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