Zauberhafter Mozart

Zum fünften Mal präsentieren Schüler der Evangelischen Schulzentrums Michelbach eine Kinderoper. Das Ensemble der Unterstufe spielte zweimal vor vollbesetztem Haus in der Rudolf-Then-Halle.

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Die Personen in den Bilderrahmen nehmen rege am Spektakel im Mozart-Haus Anteil. Foto: Volker Mauss

Nachts im Museum: Motz und Arti, zwei verzauberte Mozartkugeln, werden lebendig und stiften Unordnung in den heiligen Hallen von Mozarts Geburtshaus. Tagsüber verwirren sie die zahlreichen Touristen und nachts wird eine rauschende Party gefeiert - zu Ehren des "göttlichen Schlingels", Wolfgang Amadé Mozart, der dabei gleich mehrfach aus dem Rahmen seiner verschiedenen Porträts fällt und die Festgesellschaft gehörig aufmischt. Mit von der Partie sind Nannerl, seine geliebte Schwester, die Mutter Anna-Maria und der gestrenge Vater, Mentor und Manager Leopold, der alle Hände voll zu tun hat, den nunmehr multiplizierten, mit derb-sinnlichen Späßen seinem Bäsle nachstellenden Wunderknaben zu bändigen. Da nützt es auch nichts, wenn der übereifrige Museumswärter Fröschelmoser zum Vergnügen des Publikums zur Ordnung ruft.

Verzaubert zeigen sich auch die Zuschauer, die amüsiert Zeugen dieses Spektakels werden - verzaubert von der Spielfreude und den klaren Stimmen der Solisten und des Chores, die ihre Partien bravourös meistern: Der Chor singt auswendig, mit sauberer Intonation und klarer Aussprache und agiert erfrischend mit im bunten Mozart-Reigen.

Nebenbei bekommen die Zuhörer eine Einführung in die facettenreiche Musik Mozarts, von den Menuetten des Wunderkinds über "Alla Turka" bis hin zur Fuge aus dem vierten Satz der "Jupiter-Sinfonie", die der Chor vocaliter mit erstaunlicher Sicherheit bewältigt. Im Vordergrund steht das Opernhafte mit Komödien-Charakter und so erfreuen die Zuhörer zahlreiche Zitate aus der Zauberflöte, die gleichzeitig eine Brücke zum Motz-und-Arti-Zauber herstellen.

Den Zauberstab am Pult führt Andreas Borkeloh mit ausdrucksstarken Gesten. Er kann sich auf ein flexibel reagierendes, eingespieltes Orchester verlassen. Dieses erhält einerseits von Orchesterleiter Eberhard Hofmann (selbst am Kontrabass) die Basis, andererseits wird es von Konzertmeister und Geigenlehrer Jochen Narciß mit sicherer Hand geführt. Die Mittel- und Oberstufenschüler, mit Verstärkung von Freunden, Lehrern und Ehemaligen, wachsen über sich hinaus und tragen so zum Gelingen bei. Für das Publikum immer wieder verblüffend ist die Spielfreude, das Engagement und die Konzentration, die sich jedes Jahr bei den Akteuren auf der Bühne und im Chor einstellt.

In relativ kurzer Zeit - es soll ja nicht zu viel Unterricht ausfallen - ist es den Verantwortlichen Andreas Borkeloh, Ursula Stahl-Scholz und Ulrike Lippmann gelungen, eine Begeisterung zu entfachen. Diese hat unerwartete Kräfte freigesetzt, bei Sängern, Schauspielern, Musikern, Bühnen- Kostüm- und Maskenbildnern, Technikern und auch vielen Eltern, die sich auf vielfältige Weise einbringen. Da kann einem begeisterten Schulleiter schon mal ein Satz wie dieser über die Lippen kommen: "Es gibt manchmal Wichtigeres als Deutsch, Englisch und Mathe!" Für den Spiritus Rector, Andreas Borkeloh, hat der Erfolg im Jubiläumsjahr allerdings einen Pferdefuß: Die Darsteller und Sänger, die sich seither fast durchweg aus den Klassen 5 bis 7 rekrutieren und die nun schon etwas in die Jahre gekommen sind, würden derartige Projekte auch gerne in der Mittel- und Oberstufe in Angriff nehmen.

Das Publikum, am Ende bezaubert und mit einer Zugabe und echten Mozartkugeln bedacht, kann erheitert und beseelt und mit einem kleinen Ohrwurm nach Hause gehen: "Nie hab ich so etwas gehört noch gesehn!"

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