Zahlen erneut überprüfen

Laut einem Gutachten überlastet Regenwasser vom Areal der Firma Metzger in Neu-Kupfer den Beltersroter Bach. Den Anwohnern bleibt nur, eine Entscheidung des Regierungspräsidiums abzuwarten.

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Der Bahndamm liegt zwischen Kupfer und dem Hochregallager der Firma Metzger im Gewerbegebiet Greut von Neu-Kupfer. Foto: Oliver Färber

"Wir haben Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingelegt, weil es strittige Punkte gab", erklärte Untermünkheims Bürgermeister in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Einer sei die Abflussmenge des Oberflächenwassers gewesen. Dr. Volker Schaardt vom Büro Dr. Resch und Partner aus Weißenburg trug das Ergebnis eines von der Gemeinde Untermünkheim in Auftrag gegebenen Gutachtens vor. Schon vor den Arbeiten auf dem Metzger-Areal sei der Beltersroter Bach stark überlastet gewesen - durch das abfließende Regenwasser aus Beltersrot und dem Gewerbegebiet Greut auf Kupferzeller Markung. 400 Liter pro Sekunde könnte er nur vertragen. Laut dem Gutachten seien vor dem Lagerbau beim stärksten Regen pro Jahr bereits 1400 Liter pro Sekunde zusammen gekommen.

Die Versiegelung der Flächen durch das neue Gebäude der Spedition steigere diese Zahl nochmals um mehr als ein Drittel. Für Schardt ist die Entscheidung des Hohenlohekreises als Genehmigungsbehörde nicht nachvollziehbar: Das Landratsamt habe die weitere hydraulische Belastung des Bachlaufes durch den Neubau abgesegnet.

"Was können wir jetzt machen?", fragte Gemeinderat Rainer Baumann. "Das Regierungspräsidium muss jetzt entscheiden", so der Ingenieur. "Und wir haben ihm nun eine Entscheidungsgrundlage gegeben", fügte Maschke hinzu. Nach Schaardts Meinung müsste der Verursacher - also die Firma Metzger - nachbessern und für ein Rückhaltebecken, das mindestens 500 Kubikmeter Wasser fassen muss, aufkommen. "Das könnte aber auch die Gemeinde Kupferzell übernehmen, aber das war nicht unsere Fragestellung", so Maschke. Ergebnis des Gutachtens für ihn sei: Kupfer werde durch das abfließende Oberflächenwasser vom Metzger-Areal nun mehr beeinträchtigt, als dies das Gesetz zulasse.

Mehr Neuigkeiten gebe es nicht: Das Durchfahrtsverbot für Laster in Kupfer sei beim zuständigen Landratsamt in Hall beantragt und dort noch in Arbeit. Die Frage von Gemeinderat Peter Busch, ob das Metzger-Lager genügend Löschwasser vorhalte, sei geklärt: "Mit einem 192-Kubikmeter-Tank ist das ausreichend. Aber in den Hallen darf kein Gefahrgut gelagert werden", erklärte Maschke.

Joachim Schaaf, Bürgermeister in Kupferzell, auf dessen Gemarkung der Neubau der Spedition steht, fühlt sich auf Nachfrage des HT nicht in der Pflicht: "Das Wasserrecht ist Sache des Landratsamts." Diesem unterliege es jetzt, das Gutachten von Metzger aus dem damaligen Baugesuch zu prüfen - und auch das nun von der Gemeinde Untermünkheim beauftragte. "Wenn etwas zu tun ist, müsste man sich mit dem Landratsamt zusammen setzen", so Schaaf.

In Künzelsau ist das neue Gutachten laut Gotthard Wirth, Dezernent für Umwelt und Ordnung im dortigen Landratsamt, noch nicht angekommen. "Natürlich wurden die Werte von uns vor der Baugenehmigung überprüft. Wir gehen deshalb davon aus, dass das Wasser schadlos in den Kanal und in den Bach fließt", meint er. Von einer Hochwassergefahr in Kupfer wisse man nichts - Kollegen im Haller Landratsamt hätten auch nicht über Wasserschäden berichten können. "Wir werden aber der Sorge nachgehen", so Wirth. Auch gegenüber dem Regierungspräsidium (RP), wo über den Einspruch der Gemeinde Untermünkheim und Bürgern von Kupfer entschieden werden muss, werde sich das Landratsamt äußern.

Clemens Homoth-Kuhs von der Pressestelle des RP bestätigt, dass der Widerspruch in Stuttgart vorliege. Genaueres könne er wegen Krankheit des zuständigen Mitarbeiters nicht sagen. "Klar ist, sobald uns das Fachgutachten bezüglich des Baches vorliegt, werden wir dieses durch unsere Umweltabteilung prüfen lassen, gegebenfalls auch unter Einbeziehung der unteren Verwaltungsbehörde, also dem Landratsamt."

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