Zahl der Straftaten im Kreis hat zugenommen

Die Zahl der registrierten Straftaten im Kreis Hall ist 2011 im Vergleich zu 2010 leicht gestiegen. Dennoch ist der Kreis einer der sichersten im Land. Die Tempokontrollen zeigen Wirkung: Die Raserunfälle sinken.

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Vor wenigen Tagen: An der Crailsheimer Straße in Schwäbisch Hall ist eine Radarfalle aufgebaut. Nachdem die Kontrollen dazu führen, dass weniger oft gerast wird, setzt die Polizei die Messungen fort. Foto: Kumpf

Noch liegt die Kriminalitäts- und Verkehrsunfallstatistik nicht schriftlich vor. Dennoch steht nach den ersten Auswertungen bereits jetzt fest, dass mit einer Aufklärungsquote von 62,7 Prozent "der Haller Landkreis deutlich über dem Landesdurchschnitt von 58,6 Prozent liegt", stellt Günther Freisleben, Leiter der Polizeidirektion Schwäbisch Hall, fest. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Während landesweit die Fallzahlen um 1,9 Prozent stiegen, nahm die Anzahl der Straftaten im Kreis 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent von 7213 auf 7446 zu, teilt die Polizei in ihrer Auswertung mit.

Täter oft polizeibekannt

Im Kreis Hall wurden 2011 insgesamt 3321 Personen (2010: 3303) wegen Straftaten angezeigt. Günther Freisleben: "Über drei Viertel davon sind männlich. Rund die Hälfte der Tatverdächtigen kannten wir bereits, weil sie schon polizeilich in Erscheinung getreten sind." 867 Tatverdächtige waren unter 21 Jahre alt (145 Kinder, 385 Jugendliche und 337 Heranwachsende). Dies entspricht einem Anteil von 26,1 Prozent aller Tatverdächtigen. 648 Ausländer (2010: 653) wurden als Tatverdächtige ermittelt. Dies entspricht einem Anteil an allen Tatverdächtigen von 19,5 Prozent.

Städte sind sicherer

In Crailsheim, Hall und Gaildorf sinken die registrierten Straftaten. Bereits 2010 wurde ein Rückgang der Zahlen in Crailsheim registriert. 2011 sank die Anzahl um weitere 0,2 Prozent auf 2151 Fälle (2009: 2402 / 2010: 2155).

Auch in Schwäbisch Hall wurden weniger Straftaten erfasst (2009: 2282 / 2010: 2116 / 2011: 1949). Erstmals seit 2002 unterschritt das Aufkommen der Straftaten in Hall die 2000er-Grenze. Um 10,3 Prozent im Vergleich zu 2010 sanken in Gaildorf die Fallzahlen im Jahr 2011. Dort wurden 55 Straftaten weniger als 2010 polizeilich registriert.

Weniger Verkehrsunfälle

Die Polizei hat 2011 im Kreis Hall (ohne Autobahn) 4288 Verkehrsunfälle aufgenommen - sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Allerdings gab es mehr Verletzte 2011: 620 / 2010: 555). In der langfristigen Betrachtung relativiert sich die Zahl: "620 Unfälle mit Verletzten ist der zweitniedrigste Wert seit dem Jahr 2000", so Freisleben. Elf Menschen verloren 2011 ihr Leben bei Verkehrsunfällen auf den Straßen, zwei weitere starben bei Unfällen auf der Autobahn 6.

Mehr Betrunkene im Auto

Hohe Geschwindigkeit, Vorfahrtsverletzungen und Alkohol sind die Hauptunfallursachen. Die Zahl der Vorfahrtunfälle ging 2011 um fast zehn Prozent zurück, dafür ereigneten sich deutlich mehr Vorfahrtunfälle, bei denen Menschen verletzt wurden. Der Anstieg betrug fast 30 Prozent. Um ebenfalls fast 30 Prozent häufiger als im Vorjahr spielte Alkohol eine Rolle als Unfallursache. "Aber", erläutert Freisleben, "in der langjährigen Entwicklung ist ein Trend nach unten erkennbar."

Kontrollen greifen

Seit zwei Jahren kontrolliert die Polizei im Kreis verstärkt die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer. Die Erfolge sind offensichtlich. Zwischen 2003 und 2009 war Raserei bei jährlich rund 350 Verkehrsunfällen die Ursache. "Täglich ein Unfall wegen Raserei", so Freisleben, "war einfach zuviel. Deshalb haben wir seit 2010 konsequent die Geschwindigkeit überwacht. Im engen Schulterschluss mit dem Landkreis und den Städten Crailsheim und Schwäbisch Hall." Die Maßnahen hatten schon im ersten Jahr Erfolg. Freisleben: "2010 konnten wir die Geschwindigkeitsunfälle auf 287 reduzieren. Im vergangenen Jahr passierten 259 Raserunfälle. Die Maßnahmen haben gegriffen und werden weiter durchgeführt. Wir wollen die Zahl der Geschwindigkeitsunfälle weiter senken."

Kein Kind getötet

Glücklicherweise kam 2011 kein Kind bei einem Verkehrsunfall ums Leben. 60 Kinder wurden allerdings verletzt - als Beifahrer im Auto, als Fußgänger oder Radler.

Weniger Verletzte auf A6

Die Kirchberger Autobahnpolizei ist zuständig für die A 6 zwischen der Anschlussstelle Bretzfeld und der bayerischen Landesgrenze (insgesamt 56 Kilometer). Die A 6 gilt als wichtige Transportachse im Ost-West-Verkehr. Die Verkehrsbelastung beträgt an der Landesgrenze über 65000 Fahrzeuge pro Tag. Der Anteil an Schwerverkehr liegt bei 30 Prozent bei Bretzfeld und 36 Prozent bei Crailsheim. Die Folgen sind häufiger Stau und erhöhte Unfallgefahren, schreibt die Polizei. Im Jahr 2011 ereigneten sich auf diesem Streckenabschnitt 613 Unfälle, fast ebenso viele wie 2010. Positiv: Die Zahl der Schwerverletzten ging um über 50 Prozent zurück. Günther Freisleben: "Der niedrigste Wert seit 2003."

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