Wüstenrot: Neue Theaterbühne im Keller des Alten Löwen ist eröffnet

Kleinkunst im Keller: In Wüstenrot hat Alexander Schmid im Alten Löwen den Gewölbekeller zu einer Theaterbühne ausgebaut. Solokünstler Martin Herrmann macht den Anfang am neuen Ort.

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Alexander Schmid ist gespannt auf die Reaktionen, Martin Herrmann schon ganz aufgeregt. Für beide ist es eine Premiere: Investor Schmid und seine Frau Tabea sehen, wie zum ersten Mal der Vorhang im Kulturkeller im Alten Löwen in Wüstenrot aufgeht. Herrmann tritt zur Eröffnung erstmals mit einem Solostück auf. "Nur nicht die Wut verlieren" heißt seine Persiflage auf sich und die Welt mit ungereimten Texten und Tönen. "Ich habe noch nie in einem Gewölbekeller gespielt", sagt der Gründer, ehemalige Regisseur und Hauptdarsteller des Räubertheaters Gögelhof Tage vor der Premiere.

An der Decke hängt ein Kronleuchter, die Treppe verhüllt ein samtroter Vorhang. In den Lichtschächten sind Heizstrahler zusätzliche Wärmequellen. Ein blaues Lichtband am Boden sorgt neben Deckenstrahlern für die Beleuchtung. Links neben dem Eingang ist die Bar. Herrmann braucht nicht viel Kulisse. Seine Lebensgefährtin Katharina Vogt, Vorführtechnikerin und Souffleuse, spielt Songs ein. Herrmann schlüpft in verschiedene Rollen, ist mal Don Juan, dann Erwin, der Pattaya-Urlauber im Hawaiihemd, der Globetrotter oder ein alternder Rockstar. Die Nähe zu den maximal 45 Gästen reizt ihn. "Das Publikum fühlt sich eingebunden, weil es nah am Vorführenden ist." Er gebe dem Kulturkeller eine Chance. Wichtig sei, dass regelmäßig Veranstaltungen stattfänden.

Das plant Alexander Schmid mit dem Kunst- und Kulturkreis, der sich in Wüstenrot vor zwei Jahren aus der Zukunftswerkstatt gebildet hat, um neue Angebote zu entwickeln. "Wir wagen aber nicht den Sprung ins kalte Wasser", ist Schmid vorsichtig. Er will kleine Schritte gehen, erst abwarten, wie die Auftaktveranstaltungen ankommen. Er hofft auf ein positives Feedback, dass das Angebot den Nerv der Zeit trifft. Er ist sich gewiss, in Martin Herrmann den richtigen Akteur zu haben, eine etablierte Person. Der Großerlacher Herrmann selbst glaubt daran, dass sich ein Publikum für die Kleinkunst findet. Die Zuschauer der Generalprobe seien sehr angetan gewesen, erzählt Katharina Vogt.

Rund 30.000 Euro haben die Schmids, die den Alten Löwen neben der evangelischen Kirche als Büro und Wohnung 2006 saniert haben, investiert. Drainage, Strom und Wasser wurden im Gewölbekeller verlegt, die Heizung installiert, Theke und Inventar angeschafft.

Info Für "Nur nicht die Wut verlieren" gibt es an zwei Freitagen, 17. und 24. Januar, 19.30 Uhr, noch Plätze. Reservierung unter Telefon (07945) 9428275. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

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