Workshop informiert über "Hunger nach Gesundheit"

Beim Landesmissionsfest in Blaufelden informiert "Anamed" in zwei Workshops über die Missionsarbeit zum Thema "Hunger nach Gesundheit".

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Dr. Hirt 1988 bei den Pygmäen im Kongo-Urwald: "Entwicklungshilfe kann nur gelingen, wenn wir uns auf Augenhöhe der Menschen herabbeugen." Privatfoto

Fast 29 Jahre liegt es zurück, dass der promovierte Apotheker Dr. Hans-Martin Hirt in der Kirchengemeinde Tiefenbach zu einem sechsjährigen Forschungs- und Entwicklungshilfeaufenthalt in den tiefsten Kongo-Urwald des damaligen Zaire ausgesandt wurde.

Schnell erkannte Hirt, dass es wenig sinnvoll wäre, den Menschen dort ein europäisches Gesundheitssystem überzustülpen, war doch ein derart reiches Heilwissen vorhanden, dass "es zu jeder Krankheit ein betreffendes Kraut gibt". Allerdings war dieses traditionelle Heilwissen oft hinter esoterischen Gebräuchen und auch einer großen Geheimniskrämerei versteckt - Letzteres auch, um der Familie des Heilers über Generationen ein Einkommen zu sichern. Hirt gelang es, dieses Heilwissen zu heben, es geeignet zu beschreiben und - wo notwendig - mit der westlichen Medizin zu verknüpfen, eben "natürliche Medizin".

Inzwischen ist aus dem Freundeskreis Zaire der gemeinnützige Verein "Anamed International" geworden, mit vielen qualifizierten Mitarbeitenden aus Wissenschaft und Entwicklungshilfe. Darüber hinaus nehmen auch viele andere Non-Profit-Organisationen der Entwicklungshilfe die Dienste von "Anamed" wahr, Seminare zur Schulung von Gesundheitsmitarbeitenden in natürlicher Medizin, in notwendigen Praktiken der Hygiene, im Anbau geeigneter Nahrungspflanzen, in der Wasserreinigung und in vielem anderen. Ziel ist eine eigenverantwortliche Gesundheits- und Nahrungsvorsorge mittels der im Land vorhandenen Schätze an Pflanzen und an Wissen.

Eine bedeutende Grundlage ist die Unterstützung der Forschung nach den Heilwirkungen von Arzneipflanzen, typisches Beispiel die während des Vietnamkrieges wiederentdeckte chinesische Artemisia annua. Fast keine Universität weltweit, die sich in diesen Tagen nicht beteiligt. Nicht nur, dass der Inhaltsstoff Artemisinin heute in großem Stil in Medikamenten zur Behandlung der akuten Malaria verwendet und dies natürlich mit vielen Entwicklungshilfegeldern finanziert wird.

Man hat entdeckt, dass eine Reihe von Flavonoiden dieser Pflanze dazu helfen kann, dass der Malariaerreger, wie viele andere Krankheitserreger auch, bereits bei der Infektion schneller und wirkungsvoller als sonst durch das Immunsystem angegriffen wird. Aktuelle Berichte aus Südostasien zeigen, dass nicht nur die Artemisia und die Euphorbia Hirta bei einer Denque-Infektion zur traditionellen Therapie gehören, sondern im Internet sogar Videos gezeigt werden, wie ein Vater seinem Sohn eine Arznei aus Papayablättern, versüßt mit Honig, zubereitet.

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