Wolf-Dieter Forster spricht in Mainhardt über römische Gutshöfe

200 Gäste kamen dieses Jahr insgesamt zu den zehn Vorträgen im Mainhardter Römermuseum. Wolf-Dieter Forster referierte zum Abschluss.

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Römische Gutshöfe sind sein Thema: Wolf-Dieter Forster. Privatfoto

Wolf-Dieter Forster hat die Archäologie im Blut. Seit 1964, also genau seit 50 Jahren, durchstreift der Weinstädter die Muschelkalk-Ebene der Waiblinger Bucht auf der Suche nach Spuren der Frühgeschichte. Wegen ihrer Halbkreis-Form ist die Bucht für Forster ein riesiges Amphitheater. Fruchtbare Böden, gutes Wasser und die offene Landschaft bilden geradezu ideale Siedlungsbedingungen. Dort lebten Neandertaler und andere Steinzeitmenschen, Kelten und besonders zahlreich die Römer.

Nach mehreren Vorverlegungen hatte der Limes zu Beginn des zweiten Jahrhunderts die strategisch wichtigen Flüsse Neckar und Rems überschritten. Cannstatt wurde zu einem Verwaltungszentrum, einer "civitas". Heerstraßen verbanden Cannstatt mit Ladenburg, Aalen, Rottweil und Pforzheim, das in römischer Zeit "Portus" hieß.

Diese Straßen waren nicht nur Versorgungswege für die Militärstützpunkte an der Grenze, sondern auch Entwicklungslinien, entlang derer sich zivile landwirtschaftliche Betriebe ansiedelten. Über 1200 römische Bauernhöfe, "villae rusticae" genannt, sind allein für Baden-Württemberg nachgewiesen.

In seinem Vortrag im Mainhardter Römermuseum stellte Forster Beispiele für die Bauernhöfe in der Region Stuttgart vor. Dabei zeigte sich, dass ein Leben als Römer an Neckar und Rems durchaus luxuriös sein konnte. Die Gutshöfe hatten oft Säulenhallen am Eingang, Fußbodenheizungen und Badezimmer. Silberringe und Parfümfläschchen aus Glas, das damals fast so wertvoll wie Gold war, unterstreichen den gehobenen Lebensstandard. Die Villa von Rommelshausen hat Forster entdeckt. Er wirkte auch bei ihrer Restaurierung mit.

Mit dem Vortrag endete die Veranstaltungsreihe im Römermuseum Mainhardt. Rund 200 Personen sind zu den zehn Vorträgen gekommen. 2015 wird ein Jubiläumsjahr am Limes. Nicht nur der Unesco-Welterbe-Status des Limes wird zehn Jahre alt, sondern auch der Verband der Limes-Cicerones. Der Verein Deutsche Limes-Straße besteht seit 20 Jahren und das Römermuseum Mainhardt seit 25 Jahren. Auch eine neue Vortragsreihe wird es geben.

Info Autor Torsten Pasler leitet das Römermuseum in Mainhardt. Er ist zudem Erster Vorsitzender der Limes-Cicerones.

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