Wohin mit der neuen Strecke rund um Langenburg?

Der Gemeinderat Langenburg beschäftigt sich mit der Planung eines Radwegs an der Jagst. Unterschiedliche Ansichten lassen das Vorhaben aber stocken.

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Der Langenburger Gemeinderat will einen Radweg zwischen Bächlingen und Oberregenbach bauen. Drei Varianten stehen auf der Agenda: Eine führt über die Haagsteige (Im Bild  links), eine geht an der Landesstraße entlang. Die dritte könnte jenseits der Jagst entstehen (blaue Linie).  Foto: 

Ein neuer Radweg zwischen Bächlingen und Oberregenbach soll her. Das ist der Plan des Langenburger Gemeinderats. Bisher fahren die Radler, wie alle anderen Verkehrs­teilnehmer auch, auf der L 1025. Doch die kurvenreiche, enge und unebene Landesstraße ist problematisch. Vor allem, wenn Eltern mit ihren Kindern auf dem Kocher-Jagst-Radweg unterwegs sind und ein Lkw, Bus oder ein großes landwirtschaftliches Fahrzeug entgegenkommt, kann es gefährlich werden.

Drei Varianten

Um dieser Gefahr zu entgehen, wurden drei Trassenführungen erarbeitet. Der Gemeinderat favorisiert einen Radweg entlang der Jagst (blaue Linie). Das Landratsamt spricht sich für einen neben der Straße aus. Der Kompromiss könnte die Variante über die Haagsteige, also am Hang entlang, sein. Doch jede Trassenführung bringt so ihre Umsetzungsschwierigkeiten mit sich. Die Folge: Bisher konnte keine Einigung mit dem Landratsamt erzielt werden.

Doch der Reihe nach: Die Variante Fluss ist laut Gemeinderatsmehrheit die kürzere und kostengünstigere Möglichkeit, da bereits ein Teil des benötigten Wegs vorhanden ist und man nur die Strecke durchs Naturschutzgebiet bauen müsste. Zudem wäre es der schönste Streckenverlauf unter den drei Möglichkeiten. Das Landratsamt sagt aber, dass der Eingriff in das Naturschutzgebiet zu groß wäre und man die Variante wählen sollte, die den geringsten Eingriff in die Natur mit sich bringt. Außerdem führt diese Trasse nicht am Jugendzeltplatz Schimbach vorbei und es bestehe auch keine Möglichkeit, an dieser Stelle eine Brücke über die Jagst zu bauen. Die vom Landratsamt favorisierte Trasse entlang der Landesstraße hat den Vorteil, am Zeltplatz vorbeizuführen. Auch ist es die „in zeitlicher Hinsicht unter Berücksichtigung der Finanzierungsmöglichkeiten und des aktuellen Planungsstandes“ beste Variante, den Radweg zu bauen, wie Hubert Wiedemann vom Landratsamt in einer E-Mail an Bürgermeister Wolfgang Class schreibt. Und: Die Trasse entlang der Straße beeinträchtigt eben nicht das Naturschutzgebiet auf der anderen Seite des Flusses.

Bäume müssten weg

Doch mit einem Radweg entlang der Straße hat der Gemeinderat so seine Probleme. Zum einen erhebt sich Widerstand seitens der Bevölkerung und der betroffenen Grundstückseigentümer, zum anderen müssten über 50 Bäume alleine im Bereich des Zeltplatzes dem Radweg weichen, wie Gemeinderat Jürgen Brück bei einer Besichtigung feststellte. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies ein kleinerer Eingriff in die Natur ist als bei der Trasse durch das Naturschutzgebiet“, sagt Brück.

Eine Möglichkeit, die bislang nicht groß beachtet wurde, ist eine Trassenführung über die Haagsteige. Auch hier ist weitgehend ein Weg vorhanden, nur ein kleiner Teil müsste dazu gebaut werden. Allerdings weist diese Variante eine große Steigung auf. „Es ist relativ steil“, räumt Bürgermeister Wolfgang Class ein, „aber es gibt ja auch immer mehr E-Bikes.“ Gemeinderätin Rike Hirschbach sagt: „Man kann ja das Rad auch ein Stück schieben. Das ist an anderen Orten auch so.“ Doch nicht alle Gemeinderäte sind von dieser Variante begeistert. „Ich glaube, dass niemand die Haagsteige hochfährt, sondern dann doch lieber untenrum auf der Landesstraße“, sagt Klaus Groninger. Als Beispiel führt er eine Familie mit trotzigen Kindern an. Dass die Stadt sich aus dem Projekt zurückzieht und es dem Landkreis überträgt, steht als Möglichkeit im Raum. Doch dann hat sie keinen Einfluss mehr auf das Ergebnis. Möglich ist auch, dass die Planung ganz verworfen wird.

Vor-Ort-Termin geplant

Die Meinungen gehen bislang weit auseinander, so viel steht fest. Am besten wäre eine gütliche Einigung. Der Gemeinderat will sich deshalb mit dem Landratsamt an der Haagsteige treffen. Von dort können alle drei Trassen eingesehen werden. Bürgermeister Class hofft, dass man schnell zu einer Lösung kommt, denn, „wenn es so weitergeht, dauern die Planungen drei bis vier Jahre“. Und das wolle ja keiner. Klar ist aber auch: Die Mehrheit des Gemeinderats macht sich nach wie vor für die Variante entlang der Jagst stark.

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