Wo die Flut des irdischen Leids verebbt

Gedanken zum Sonntag von Pfarrer Axel Seidel, Dünsbach und Ruppertshofen

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Kosmisches Kunstwerk: eine turbulente Region im Schwan-Nebel, aufgenommen im Jahr 2008 vom Weltraum-Teleskop "Hubble". Foto: dpa

Ein kleiner Junge sinniert beim Spaziergang durch ein wunderschönes Wäldchen: "Ich hab gelesen, dass zahllose Arten vom Aussterben bedroht sind, weil die Menschen die Wälder zerstören. Manchmal denke ich, der beste Beweis dafür, dass es anderswo im Universum intelligentes Leben gibt, ist der, dass noch keiner versucht hat, Kontakt mit uns aufzunehmen."

Ja, wenn man sich unsere Welt anschaut und sieht, was die Menschheit so alles treibt, dann ist das ein echtes Trauerspiel: Umweltzerstörung, Krieg, Terror bis hinein in den Alltag: In der Schule wird gemobbt, meinen Eltern könnte ich manchmal den Hals rumdrehen, meinen besten Freund/Freundin auf den Mond schießen.

Wer das mitverfolgt oder auch nur einen zufälligen Einblick bekommt, der riskiert lieber keinen zweiten Blick, persönlicher Kontakt - mhh, lieber nicht.

Keine Chance also auf ein Treffen mit anderem intelligenten Leben? Nicht ganz. Es gibt da einen. Der schaut hin und er tut das nicht aus voyeuristischen Interessen, so wie ein gewaltgeiler Spanner sich am Leid der anderen ergötzt.

Nein, der da zuschaut, ist betroffen. So betroffen, dass er es nicht länger ertragen kann. Er greift ein und nimmt Kontakt auf. "Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohndamit er die Menschen erlöste." (Gal 4,4)

Damit ist nicht alles in Butter, was hier unten auf unserer Erde so passiert. Vieles bleibt himmelschreiendes Unrecht. Aber wir haben die Gewissheit, dass es eines Tages überwunden sein wird; dass es eines Tages keine Tränen, Leid und Schmerz mehr geben wird.

Und wir haben die Hoffnung, dass unser Einsatz bis dahin nicht vergeblich ist. Wir können etwas tun, damit der eine himmlische Beobachter Gutes sieht - und alle anderen, die es da draußen vielleicht noch gibt.

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