Wittenweiler: Anleger wollten mit Erwerb von Rechten Einlagen retten

Kompetenz und Vertrauen sind die beiden Schlüsselbegriffe im Strafprozess gegen Mike Rico Trentzsch vor dem Landgericht Paderborn.

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Am mittlerweile 14. Verhandlungstag ging es nicht nur um den Glauben der geschädigten Windkraft-Anleger an den Angeklagten, sondern auch um deren verzweifelte Versuche, ihr Geld zumindest in Teilen zu retten.

Der 43-Jährige aus Lippstadt, der etliche Anleger aus Hohenlohe um vermeintliche Anteile am Windpark Wittenweiler geprellt haben soll, hat den bisherigen Zeugenaussagen Geschädigter zufolge stets überzeugend gewirkt. Das hat auch einem 38-jährigen Bänker einen Verlust von weit über 30.000 Euro eingebracht. Der Zeuge aus Crailsheim berichtete jetzt vor der 1. Großen Strafkammer von seinen Erfahrungen und Einschätzungen.

Er hatte bereits 2009 - wie viele andere nach einem scheinbar gut laufenden Investment in den Windpark Lindlein - Trentzsch Geld überlassen: für einen längerfristig gedachten Einstieg in die Projektgesellschaft, die den Windpark Wittenweiler errichten sollte. "Es waren nicht die Zinssätze, die mich gelockt haben, sondern die langfristige Rendite", sagte der Zeuge, der ausgehandelt hatte, seine Einlage werde später in einen Kommanditanteil an einem Windrad umgewandelt. Zwei Mal zahlte er 15.000 Euro, die er am 31. Dezember 2010 mit Zinsen zurückbekommen sollte.

100.000 Euro als Insolvenzabwehrzahlung

Gesehen hat der 38-Jährige bis heute nichts. Als 2011 ein Fremdinsolvenzantrag gegen Trentzsch von dessen früherem Geschäftspartner Michael Behlau gestellt worden sei, hatte der Crailsheimer nach eigenem Bekunden mit anderen Anlegern zusammengelegt, um Ende 2011 annähernd 100.000 Euro als Insolvenzabwehrzahlung zu leisten - er selbst beteiligte sich mit weiteren 7000 Euro daran.

Die daraus entstandene Interessengemeinschaft Blaufelden (IGB) habe dadurch als Gegenleistung Projektrechte des Windparks von Trentzsch erwerben sollen. Dass die Zahlung für die Projektrechte erfolgt sei, habe die Insolvenzverwalterin bestätigt - allerdings sei noch nicht klar, ob diese Rechte, die den Anliegern als Sicherheit für ihre Gelder dienen sollten, damit auch tatsächlich erworben worden seien: Trentzsch habe innerhalb seines Firmengeflechts die Projektrechte mehrfach hin- und hergeschoben.

Es geht auch um persönliche Schicksale

"Wir haben etwas verkauft bekommen, an dem Herr Trentzsch gar keine Rechte hatte", stellte der Zeuge fest und nannte dies - sehr zum Unmut von Trentzsch Verteidiger - "Betrug". Wie der 38-Jährige weiter schilderte, repräsentiere die IGB derzeit mit ihren Anteilseignern eine Anlagesumme von 450.000 Euro und gehe derzeit noch davon aus, die Projektrechte für drei Windräder zu besitzen. Ob das so sei, müsse die Insolvenzverwalterin mitteilen. Er selbst engagiere sich in der Geschäftsführung der IGB "aus der Not geboren, um das Geld zu retten" - nicht nur seins, sondern auch das anderer Geschädigter: "Da geht es auch um persönliche Schicksale."

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