Windräder in Fürstenwäldern

Fürst Philipp zu Hohenlohe-Langenburg und Baron Götz von Berlichingen haben einen Kooperationsvertrag mit der Energieriesen EnBW geschlossen. Es geht um Standorte für Windkrafträder.

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Der hiesige Adel besitzt viel Wald. Die Vermarktung des Holzes war lange Zeit der wichtigste Wirtschaftsfaktor. Seit die Energiewende ausgerufen ist, kommt eine viel profitablere Alternative ins Spiel: Windräder. Monatelang haben sich Philipp Fürst zu Hohenlohe-Langenburg und Baron Götz von Berlichingen ( Schöntal) mit diesem Thema auseinandergesetzt. Jetzt haben sie mit der EnBW Erneuerbare Energien GmbH einen Partner gefunden, um Windkraftstandorte zu entwickeln und zu errichten. Dazu wurde ein Kooperationsvertrag unterzeichnet.

"Prüfungen haben ergeben, dass zunächst insgesamt elf windstarke Standorte für den Bau von Windkraftanlagen infrage kommen", teilte die EnBW mit. "Diese bilden eines der aktuell größten geschlossenen Windkraft-Entwicklungsportfolios im Land." Das hört sich viel an, schließlich heißt Windkraftstandort nicht Windrad. Heutzutage setzt fast jeder auf Windparks, die mehrere Anlagen umfassen. "Wir stehen aber erst ganz am Anfang", sagt Philipp Fürst zu Hohenlohe-Langenburg. "Ob es am Ende elf Standorte oder nur einen gibt, wird die Realität zeigen."

Die Realität, das sind zum einen die Gemeinden und Bürger vor Ort. Sie sollen voll eingebunden werden. "Das ist ein sehr sensibles Thema, deshalb gehen wir auch sehr sensibel vor", erklärt Baron Götz von Berlichingen. Bis Ende des Jahres müssen die Kommunen ihre Flächennutzungspläne ändern und Vorranggebiete für Windräder ausweisen, um bei der Planung und Genehmigung mitsprechen zu können. Daran will sich auch die neu geschmiedete Windkraft-Allianz halten.

Die Realität, das sind aber auch all die gesetzlichen Vorschriften. "Die ersten Prüfungen basieren auf den Prinzipien des neuen Windatlas", sagt Fürst Philipp. "Alles weitere muss jetzt auf lokaler Ebene sorgfältig und behutsam diskutiert werden."

Die Partner wissen, wie brisant das Thema ist. Deshalb machen sie keinerlei Angaben zu den bisher elf potenziellen Standorten. Der Langenburger Fürst sagt: "Sie befinden sich mehrheitlich im Wald." Auch Baron Götz von Berlichingen hält sich bedeckt, "verspricht" aber: "Im Jagsttal wird kein Windrad stehen." In Widdern, nicht weit entfernt von seinem Wohnort, plant die EnBW-Tochter Zeag den Bau von vier Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe von 149 Metern.

Die Windparks könnten in den Kreisen Hohenlohe, Hall Heilbronn und Main-Tauber entstehen. Dort besitzen die Partner Land. "Mindestens zwei bis drei Jahre wird es dauern, bis die ersten Windkraftanlagen errichtet werden können", schreibt die EnBW. Bürger sollen sich beteiligen können, es muss nicht alles unter der EnBW-Regie laufen. "Der Vertrag deckt die Phase von der Entwicklung bis zur Baureife ab", sagt Philipp. Bürgerwindparks seien jederzeit möglich.

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