Windpark im Waldgebiet Schäfer: Ist es mit der Ruhe bald vorbei ?

Noch ist der Schäfer ein unberührter Wald, noch sind die Wohnplätze drumherum Oasen der Ruhe. Doch jetzt kommt Unruhe auf. Der Grund: In der Nachbarschaft könnte ein Windpark entstehen.

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  • Mit T-Shirts machen Bürger rund um Uhlberg auf ihr Anliegen aufmerksam. Foto: Wolfgang Rupp 1/2
    Mit T-Shirts machen Bürger rund um Uhlberg auf ihr Anliegen aufmerksam. Foto: Wolfgang Rupp
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"Wir werden das Thema auch weiterhin offen und transparent darstellen", machte Frankenhardts Bürgermeister Jörg Schmidt gleich zu Beginn der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich. Und dieser Hinweis hatte seinen besonderen Grund: In der Burgberghalle Oberspeltach saßen an diesem Montagabend rund 50 Bürger, viele davon mit einem einheitlichen T-Shirt bekleidet: Auf diesem fordern sie 1000 Meter Abstand von Windrädern zur Wohnbebauung. Nach einem Gemeinderatsbeschluss sollen "nur" 700 Meter gelten. Beunruhigt sind insbesondere die Bürger in unmittelbarer Nachbarschaft des Schäferwaldes. Sie haben eine Interessengemeinschaft mit rund 350 Mitgliedern gegründet, die durch den möglichen Windpark erhebliche Einflüsse auf Leben und Landschaft befürchten.

Mitglieder dieser IG werden auch bei der heute um 17 Uhr im Bürgersaal des Gründelhardter Rathauses stattfindenden Sitzung der Verwaltungsgemeinschaft auftreten. Hier wollen die Vertreter der Gemeinderäte Crailsheim, Frankenhardt, Satteldorf und Stimpfach die Aufstellung des "Teilflächennutzungsplan Windenergie" beschließen. In diesen Plan eingeschlossen ist auch der Bereich "Westlich Ipshof" (Schäfer), mit 106 Hektar größte Vorrangfläche im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft.

Ob eines Tages auf der gesamten Fläche Windräder aufgestellt werden? Diese Frage kann im Augenblick deshalb nicht definitiv beantwortet werden, weil in diesem Bereich zum einen der "Verdacht eines Schwarzstorchvorkommens" besteht und zum anderen der Regionalverband die Fläche auf 32 Hektar reduziert hat. Grund dafür: der Generalwildwegeplan. Und warum bleiben Gemeinde und Verwaltungsgemeinschaft trotzdem bei der großen Fläche? Weil bei einer umfangreichen Untersuchung keine Schwarzstorch-Horste gefunden wurden, wie Hauptamtsleiterin Sabine Gahm erläuterte, und der Generalwildwegeplan eine Flächenreduzierung nicht rechtfertige. Windkraftanlagen könnten nicht als mögliche Barriere für am Boden lebende Arten angesehen werden, so die Einschätzung der Verwaltungsgemeinschaft.

Ob diese Einschätzung richtig ist, muss "strengstens geprüft werden", forderte Bürgermeister Schmidt mit dem Hinweis auf die noch ausstehenden Stellungnahmen der Fachbehörden und weitere Detailplanungen. Gemeinderat Roland Grosser kritisierte das Land, "dass wir jetzt das Verfahren durchpeitschen müssen", äußerte aber auch die Hoffnung, dass die Fläche im Schäfer über den Generalwildwegeplan vielleicht doch noch reduziert werden kann. "Wir wollen das ganze Ding überhaupt nicht und sind jetzt die bösen Buben", reagierte Friedrich Breyer auf den Druck, eine Entscheidung treffen zu müssen.

In diese Entscheidung (Gemeinderat Grosser: "Wir können dieses Verfahren nicht verhindern") miteingeschlossen wurde auch die Ausweisung einer 54 Hektar großen Vorrangfläche bei Appensee - obgleich hier ein "potenzieller Rotmilan-Horst" festgestellt wurde.

Ungeklärt ist bislang allerdings, ob die Rotmilane diese Fläche tatsächlich "so oft überfliegen und das Kollisionsrisiko signifikant erhöht ist, dass ein naturschutzrechtlicher Verbotstatbestand für Windkraftanlagen gegeben ist", wie in der Sitzungsvorlage formuliert ist. Eine Klärung dieser Frage ist umfangreich und zeitintensiv und könnte das Planverfahren so erheblich verzögern, dass eventuell auch Anlagen außerhalb der vorgesehenen Vorrangflächen genehmigt werden müssten. "Weil wir eine solche Verspargelung aber nicht wollen", so Bürgermeister Schmidt, ist dieses Gebiet weiterhin und solange Bestandteil des Planes, bis neue Erkenntnisse vorliegen.

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