Wildschweine weiter scharf bejagt

Die Abschusszahlen bei Rehwild und Schwarzwild steigen. Das wurde bei der Frühjahrsversammlung des Hegerings II (Mainhardter Wald) und der Jägervereinigung Schwäbisch Hall deutlich.

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Wildschweine, im Bild eine Bache mit Frischlingen, finden im Wald und auch in Maisäckern reichlich Nahrung.  Foto: 

Im Gasthof Traube in Neunkirchen berichtete Hegeringleiter Roland Schmitt vor den 50 Jägern über die bisherigen Abschusszahlen des noch laufenden Jagdjahres im Hegering II. 2012/13 wurde gegenüber dem Vorjahr der Rehwildabschuss um 26 Prozent (plus 72 Stück) auf insgesamt 377 Rehe erhöht. Das sei nötig, um den Verbiss von jungen Bäumen im Wald so gering wie möglich zu halten. Den Jägern spielt die Schneelage der letzten Wochen in die Karten. Gegenüber dem Vorjahr ist eine um 130 Prozent (plus 99 Wildschweine) gesteigerte Schwarzwildstrecke auf eine Rekordzahl von 175 erlegten Tieren durch die privaten Jäger und Jagdpächter zu verzeichnen.

"Die Jäger werden nicht nachlassen"

Entwarnung bedeuten die Abschüsse aber nicht, denn trotz scharfer Bejagung in den Pachtrevieren hätten sich die Sauen weiter vermehrt und würden auf Äckern und Wiesen erhebliche Schäden anrichten. "Die Jäger werden in ihren Anstrengungen, das Schwarzwild scharf zu bejagen, nicht nachlassen", so Schmitt. Neben 220 Füchsen wurden auch 13 Waschbären erlegt. Die Jäger sehen darin Anzeichen dafür, dass diese Wildart auf Kosten aller Bodenbrüter und vieler Singvögel - Waschbären fressen die Eier aus den Gelegen - auch in der hiesigen Region heimisch werden.

Bei den anstehenden Wahlen wurde der bisherige Hegeringleiter Roland Schmitt für eine weitere Amtsperiode von drei Jahren einstimmig wiedergewählt. Auch der bisherige Stellvertreter Klaus Wieland wurde einstimmig bestätigt. Letzterer möchte das Amt aber nur noch ein Jahr ausüben, so dass in der Versammlung im nächsten Jahr die Stelle neu zu besetzen ist, schreibt Pressereferent Rainer Bruns.

Der Hegering II hat im nächsten Jagdjahr vom 1. April 2013 bis zum 31. März 2014 die Aufsicht auf dem Keiler-Stand (laufender Keiler) bei den Übungsschießen der Haller Jägervereinigung auf der Schießanlage Hasenbühl. Die erforderlichen Aufsichtspersonen für die Monate April bis Oktober wurden eingeteilt.

Kreisjägermeister Wilfried Ziegler ging in seinem Grußwort auf die "Schwarzwild-Sorgen" der Jäger ein. Er erklärte, dass noch vor 20 Jahren der Wildschweinbestand nur ein Fünftel der heutigen Stückzahlen betrug. Nach dem Orkan Wiebke im Jahr 1990 habe sich das Schwarzwild in den Dickungen des Sturmholzes in den Wäldern stark vermehren können. Heute kämen noch der intensive Anbau von Futtermais und Energiemais für Bioenergieanlagen für den starken Populationszuwachs hinzu.

Ziegler ging auch auf Bestrebungen der grün-roten Landesregierung ein, das Landesjagdgesetzes zu ändern. "Es bleibt für Jäger und Grundstückseigentümer zu hoffen, dass kein Antijagdgesetz entsteht", so der Kreisjägermeister.

Derzeit steigt laut Ziegler die Anzahl der Jäger im Land an. Ziegler bittet alle Jäger und Jagdpächter, sich der Jungjäger anzunehmen und sie in die jagdliche Praxis einzuführen.

Informiert wurde über die in der Region geplanten Standorte für Windkrafträder. Weitere Punkte waren der gewünschte Abbau der alten Drahtzäune im Wald, das EU-Urteil über die Pflichtmitgliedschaft in Jagdgenossenschaften, Nachsuchenvereinbarungen der einzelnen Pächter und Wildkrankheiten. Im Bereich Waldenburg sei ein Reh mit Brucelloseerkrankung erlegt worden. Diese Krankheit sei auf den Menschen übertragbar. Deshalb sei hygienische Vorsicht bei erlegten Rehen geboten.

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