Wie sind wir gegen Ebola gerüstet?

Wie kann ein winziges Teilchen, das Virus genannt wird, die ganze Welt in Angst und Schrecken versetzen? Was wäre im Ebola-Verdachtsfall im Landkreis zu tun? Dieser Frage gingen wir vor Ort nach.

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Um sich gegen das hochansteckende Ebola-Virus zu wappnen, ist entsprechende Schutzkleidung notwendig. So wie Heinz Schuhmacher von der Universitäts-Klinik in Basel müssten sich auch Mediziner im Landkreis Hall schützen.  Foto: 

Ebola - eine Seuche, die in Westafrika aufkeimte und dort, gut zehn Monate nach Ausbruch, bereits mehr als 10000 Infektionen und 5000 Todesfälle zu beklagen hat. Weit weg? Nein! In Leipzig starb kürzlich ein Patient aus Liberia. In Spanien und den USA hat sich Pflegepersonal angesteckt, was zunächst nahezu unmöglich schien.

Als Überträger werden Menschenaffen und vor allem Flughunde vermutet, die in Teilen Zentralafrikas verzehrt werden, ja sogar als Delikatessen gelten. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist durch den direkten Körperkontakt mit an Ebolafieber erkrankten oder verstorbenen Menschen möglich. Sowie durch den Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten dieser Patienten.

Bei begründetem Verdachtsfall steht ein Krisenplan im Landkreis Schwäbisch Hall fest. Dr. Renate Lorenz-Lauermann, Leiterin des Schwäbisch Haller Gesundheitsamtes, weist auf ein enges Netzwerk hin, welches im "begründeten Verdachtsfall" sofort greifen würde. Die Erkrankung beginnt plötzlich mit unspezifischen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, inneren und äußeren Blutungen.

"Zunächst muss geklärt werden, wo kommt der Patient her, wo könnte er sich angesteckt haben. Hat er sich in einem Ebola-Gebiet aufgehalten, hatte er Kontakt mit erkrankten oder verstorbenen Ebola-Patienten?", erklärt Dr. Lorenz-Lauermann. Und das bezieht sich auf die letzten 21 Tage vor Ausbruch der Krankheit. Alles muss dokumentiert werden, vor allem, mit wem er nach dem Auftreten der Symptome Kontakt hatte. Dies bestätigt auch Dr. Elisabeth Körber-Kröll, Vorsitzende der Haller Ärzteschaft,

"Unsere Wartezimmer sind derzeit voll mit Patienten, die Fieber haben. In einem begründeten Ebola-Verdacht ist die Anamnese, also die systematische Befragung, das allerwichtigste". Für den Fall der Fälle kenne jede Arztpraxis den Maßnahmenplan, auch die Notfallpraxen, die an den Wochenenden in den Krankenhäusern eingerichtet seien.

"Liegt ein harter Verdacht vor, ist eine strikte Isolierung in einer Sonderisolierstation in Behandlungszentren für hochkontagiöse und lebensbedrohliche Erkrankungen unverzüglich vorzunehmen. Sowie eine Labordiagnostik auf eine Ebolavirus-Infektion zu veranlassen", führt Dr. Lorenz-Lauermann aus. Dies wäre bei einem Verdachtsfall aus unserer Region, dann ein spezielles Behandlungszentrum in Stuttgart. Dort ist alles vorhanden was erforderlich ist, die Infrastruktur, Schutzausrüstung, geschultes Personal und Labordiagnostik.

Dass ein Patient mit Verdacht auf Ebola sicher nicht mit einem Rettungsfahrzeug des Schwäbisch Haller DRK transportiert würde, betont Martin Setzer, Rettungsdienstleiter beim Haller Deutschen Roten Kreuz. "Da würde sofort die Oberleitstelle in Stuttgart eingeschaltet und ein Spezialtransport-Fahrzeug angefordert werden", erläutert Martin Setzer. Auch in der DRK-Leitstelle liegt der Maßnahmenkatalog für den Ernstfall bereit. Dass dann ein gut aufeinander abgestimmtes Netzwerk zum Tragen käme, ist sich der Rettungsdienstleiter sicher.

Die Leiterin des Gesundheitsamtes sieht die Sorge um das Einschleusen von Ebola durch Flüchtlinge als unbegründet. Diese Menschen seien viel länger unterwegs, als die Zeit, die zwischen Infektion mit dem Krankheitserreger und dem Auftreten der ersten Symptome vergehe.

"Wenn wir unsere Maßnahmen mit Bedacht und Augenmaß vornehmen und alles befolgt wird, hätten wir es im Griff", beantwortet Dr. Renate Lorenz-Lauermann die Frage: "Was wäre, wenn Ebola im Landkreis Schwäbisch Hall ankommt?"

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