Wie Eltern die passende weiterführende Schule für ihr Kind finden

Für die meisten Eltern dürfte die Empfehlung der Grundschule der wichtigste Hinweis sein, auf welche weiterführende Schule sie ihr Kind schicken. Wer unsicher ist, kann sich Rat holen.

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Soll mein Kind aufs Gymnasium gehen und Abitur machen - auf dem Bild die Abiturprüfung am Erasmus-Widmann-Gymnasium im vergangenen Jahr - oder auf eine andere weiterführende Schule? Die Eltern müssen entscheiden. Archivfoto: Ufuk Arslan

Birgit Kern, Vorsitzende des Haller Gesamtelternbeirats, hat mit ihren Kindern erlebt, wie schwierig die Entscheidung sein kann. Eine Grundschulempfehlung, die sich nur aus den Noten der Fächer Deutsch und Mathe zusammensetzt, sei nicht alles. Wichtig sei, sich auch die anderen Fächer und Interessen des Kindes anzuschauen. Im Gymnasium etwa würde Transferdenken erwartet. "Wenn ein Kind dadurch überfordert ist, ist es trotz einer 1,5 vielleicht besser auf der Realschule aufgehoben", sagt sie. Sie empfiehlt, das Gespräch mit einem Lehrer des Vertrauens zu suchen. Hilfe gebe es auch bei der Elternstiftung Baden-Württemberg, die spezielle Elternmentoren zum Thema Schulwahl hat.

Ursula Jordan, Leiterin des Schulamts Künzelsau, weist auf die bis zu 95-prozentige Trefferquote der bisherigen Grundschulempfehlungen hin. Eltern sollten mit der Grundschule kooperieren und immer das Wohl des Kindes im Auge behalten, um eine Überforderung, die sich etwa durch Aggressionen, Magenschmerzen oder Schuleschwänzen bemerkbar machen kann, zu vermeiden. Weiteren Rat könnten sich Eltern bei den Beratungslehrern und den schulpsychologischen Beratungsstellen holen.

Die Eltern treffen die Entscheidung

Über dieses sogenannte besondere Beratungsverfahren informieren die Grundschulen die Eltern mit der Grundschulempfehlung. Eltern, die unsicher in ihrer Entscheidung sind, können sich hier Rat holen, welches der richtige Weg für ihr Kind ist. Jeder Grundschule im Kreis Hall ist einer der insgesamt 22 Beratungslehrer zugeordnet. Sie bieten Begabungstests an und beraten vertraulich und unabhängig, weil sie nie an der Schule des Kindes unterrichten. "Letztendlich treffen aber immer die Eltern die Entscheidung", stellt Agnes Dingel von der schulpsychologischen Beratungsstelle in Hall klar.

Jutta Dannecker, Rektorin der Gaildorfer Parkschule, einer Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule, rät den Eltern, sich die weiterführenden Schulen am Tag der offenen Tür anzuschauen, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Dabei gebe es auch Gelegenheit, mit Eltern dortiger Schüler und Lehrern zu sprechen. Um fundierte Aussagen über die Stärken und Schwächen ihres Kindes zu bekommen, würden alle Eltern der Viertklässler einzeln zu einem Gespräch mit dem Klassenlehrer eingeladen. Der Elternsprechtag im Februar biete die Möglichkeit, mit weiteren Lehrern zu reden. "Es kann auch sinnvoll sein, sich mit dem Sozialarbeiter auszutauschen", meint die Schulleiterin. Auf Wunsch stelle die Schule den Kontakt zum zuständigen Beratungslehrer her. Zeitdruck besteht keiner, denn die Anmeldefrist geht für Kinder, die am Beratungsverfahren teilnehmen, bis 29. April. "Es ist wirklich Zeit für Gespräche, auch die Schulleitung steht zur Verfügung", stellt sie fest.

Für Manfred Koch, den geschäftsführenden Leiter der Crailsheimer Schulen, sind die Lehrer des Kindes die wichtigsten Ratgeber für die Schullaufbahn. Eltern sollten sich intensiv mit ihnen auseinandersetzen. Genauso unerlässlich sei es, sich vor Ort an Schnuppertagen über verschiedene Schulen zu informieren. Schulen gleicher Form, also beispielsweise Realschulen, bieten unterschiedliche Profile an, etwa mit Schwerpunkt Sport, Kunst oder Musik. Nicht die eigenen Interessen, sondern die des Kindes sollten entscheidend sein, damit dieses Erfolg und Freude am Lernen hat, betont er. "Wesentlich ist in meinen Augen auch, was die Schulen für die Berufsorientierung tun", so Koch.

Der Weg zur Beratungsstelle

Kontakt Die schulpsychologische Beratungsstelle des Landkreises Schwäbisch Hall befindet sich im Wilhelm-Meister-Weg 3, 74523 Schwäbisch Hall.

Telefonisch ist die Beratungsstelle unter der Nummer 0791/7552422 erreichbar, per Fax ist die Stelle unter 0791/ 7552444 zu erreichen. Die E-Mail-Adresse lautet SPBS@SSAKUEN.kv.bwl.de

Infos und Kontakt zur Elternstiftung gibt es unter www.elternstiftung.de

SWP

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