Wer will die Gaildorfer Klinik kaufen?

Frisch saniert, hervorragend geeignet für den Betrieb eines Krankenhauses - und doch ist das Interesse an der kleinen Gaildorfer Klinik, die im Sommer geschlossen werden soll, noch überschaubar.

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Vor etwas mehr als drei Jahren, an einem "Abend der offenen Tür", stürmten interessierte Besucher das Gaildorfer Krankenhaus. Optimismus war angesagt, zumal das Haller Diak in Gaildorf einen guten Start hingelegt hat, und die Menschen im Limpurger Land neue Hoffnung schöpften.  Foto: 

Mit 106 Betten hatte das Gaildorfer Krankenhaus vor genau 40 Jahren seine höchste planmäßige Kapazität erreicht. Bereits 1984 wurde die Einrichtung auf Geheiß des Stuttgarter Sozialministeriums auf 85 Betten geschrumpft - bei einer heute kaum mehr vorstellbaren Belegung von mehr als 100 Prozent!

Mit diesen 85 Betten erlebte die kleine Klinik an der Kochstraße auch ihre absoluten Höhepunkte, was die medizinischen Standards anbelangt - und schließlich auch ihren durch die Gesundheitspolitik verursachten Niedergang, der durch die Schließung der einstmals bundesweit anerkannten Chirurgie Ende März 2007 seinen Anfang nahm. Zuletzt waren es noch 32 Betten, die genutzt wurden.

Die schlimmste der vielen Hiobsbotschaften in der nun 103-jährigen Geschichte des Gaildorfer Krankenhauses: Das Diakonie-Klinikum Schwäbisch Hall, das mit Beginn des Jahres 2009 - nach zuvor recht vielversprechendem Engagement in einem neu eingeführten ambulanten OP-Zentrum - in Gaildorf die Regie übernommen hatte, will sich bis Mitte des Jahres zurückziehen. Und der Landkreis Schwäbisch Hall, der sich längst seiner Verantwortung als Klinikträger entledigt hatte und keine Verwendung mehr dafür hat, möchte die Immobilie loswerden.

Landrat Gerhard Bauer und Kreiskämmerer Werner Schmidt hatten vor wenigen Wochen den bitter enttäuschten Gaildorfer Gemeinderat über den beabsichtigten Verkauf des Gebäudekomplexes unterrichtet - und dem Vernehmen nach umgehend nach einer Lösung gesucht. "Als erster Schritt wurden private Krankenhausgesellschaften direkt angeschrieben", berichtete Werner Schmidt auf Anfrage. Aber "leider bisher ohne Erfolg". Deshalb seien in einem zweiten Schritt auch andere Einrichtungen im sozialen Bereich - insbesondere Träger von Pflegeeinrichtungen - "gezielt auf die Immobilie aufmerksam gemacht" worden. Außerdem lägen "mehrere Anfragen für eine Teilnutzung des Krankenhausgebäudes" vor. Diese können laut Werner Schmidt aber erst dann weiterverfolgt werden, "wenn die künftige Hauptnutzung geklärt ist".

Wie es weitergeht? Wenn sich in naher Zukunft "aus den bestehenden Kontakten nichts Konkretes ergibt", werde "eine breite Publikation des Immobilienangebots mit einer Anzeigenschaltung in einer deutschlandweit erscheinenden Zeitung und in Immobilien-Portalen im Internet" erfolgen, skizzierte Werner Schmidt die weitere Marschroute.

Im Übrigen stehe er mit Bürgermeister Ulrich Bartenbach in engem Kontakt. Mehr noch: Die von Landrat Gerhard Bauer in Gaildorf gemachte Zusage, die Stadtverwaltung und den Gemeinderat in den Auswahlprozess einzubeziehen, "wird selbstverständlich eingehalten", betont Schmidt.

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