Wenn der sichere Boden ins Wanken gerät

Gedanken zum Sonntag von Pfarrer Werner Funk, zuständig für die katholischen Kirchengemeinden Braunsbach und Großallmerspann.

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Die schlimmste Form, den Boden unter den Füßen zu verlieren: Zerstörte Straße in Japan nach dem Erdbeben im März 2011, auf das ein Tsunami folgte. Foto: dpa

"Wer zu stehen meint, gebe acht, dass er nicht falle." Dieser Satz stammt aus der Lesung aus dem Neuen Testament des dritten Fastensonntags (1. Korinther 10,12). Kann dies ein Bild dafür sein, den Boden unter den Füßen nicht verlieren zu wollen? Manche Menschen sind bestrebt, sich sicher scheinen zu lassen.

Unsicherheit dagegen ist kaum gefragt. Sicher gilt es zu sein in einer sich ständig verändernden Welt. Doch das Leben wird nicht einfacher, eher komplizierter. Wie schnell kann es geschehen, dass eine Unterschrift geleistet wird, obwohl mit negativen Folgen zu rechnen ist, wenn das Kleingedruckte überlesen wird.

In der kalten Jahreszeit haben wir manche rutschige Situation erfahren. Wenn ich mich an Jakobs Jabbok-Überquerung erinnere (Genesis 32 ,23-33), so drohte er sicher von der starken Strömung des Jabbok mitgerissen zu werden. Keinen Boden unter den Füßen zu spüren, kann uns Furcht einjagen. Doch durch viele Drangsale gelangen wir ins Reich Gottes. Wir machen uns vielleicht manche Sorgen über die Zukunft, über unseren Alltag, vielleicht auch über den nächsten Papst. Nicht wenige fragen: Wie geht es weiter mit der Kirche? Kann uns bei all diesen unterschiedlichen Sorgen unser Glaube, unsere Beziehung zu Gott, unser Gottvertrauen unter die Arme greifen? Dein Glaube hat dir geholfen, sagt Jesus, als er ein Wunder bewirkt hat. "Ich möchte glauben, komm mir doch entgegen", singen wir (Gesangbuch "Gotteslob" 621,1).

Stärke deine Brüder, sagt Jesus, um Ratlosigkeit entgegenzuwirken. Wie schnell kann ein Mensch zu Fall kommen, wenn das seelische Gleichgewicht nicht mehr im Lot ist.

Selbst Jesus fiel unter dem Kreuz, wie es in Kreuzwegen meditiert wird. In der Apostelgeschichte wird unter anderem erzählt, dass jemand aus dem Fenster fiel, als er eingeschlafen war (Apostelgeschichte 20,9). Paulus hatte sich um ihn gekümmert, wird erzählt.

Eine solche Wundergeschichte mit Lebensrettung kann ausdrücken: Gott möchte Sicherheit geben, Gott möchte Leben schützen und retten wie ein Netz für Zirkusakrobaten.

Das Jahr des Glaubens kann ein Impuls dafür sein, den Glauben zur Sprache zu bringen. Stärke deine Brüder - das möchte Jesus vielleicht auch uns empfehlen.

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