Weniger Wiesen mit Streuobst

Martin Zorzi vom Umweltzentrum rief die Mitglieder des Förderkreises regionaler Streuobstbau (FÖS) bei der Hauptversammlung dazu auf, wachsam zu sein und flächige Rodungen umgehend zu melden.

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Rodung einer flächigen alten Streuobstwiese bei Raboldshausen. Die Feldflur wird monotoner und bietet seltenen und nützlichen Tierarten wie zum Beispiel Fledermäusen keinen Lebensraum mehr. Foto: Martin Zorzi

. Grund für diesen Aufruf: Zorzi war in den letzten Wintermonaten aufgefallen, wie viele Streuobstwiesen im Landkreis Hall und anderswo im Land der Motorsäge zum Opfer gefallen sind. Auch die Politik müsse mehr tun für den Schutz der ökologisch wertvollen Streuobstwiesen, forderte er, zum Beispiel durch stärkere finanzielle Unterstützung der Bewirtschafter aus dem Topf für Agrarumweltmaßnahmen. So wichtig Aufpreis-Initiativen wie der FÖS mit seiner Regionalmarke "Grünspecht" seien, sie allein könnten das Verschwinden der Bäume aus unserer Landschaft nicht aufhalten, erklärte Zorzi. Bei der nächsten Sitzung des Hauptausschusses am 17. April wird er seine Ideen zum Schutz von Streuobstwiesen darlegen und zur Debatte stellen. Nach den Ausführungen des Vorsitzender Ulrich Hartlieb ist die Mitgliederzahl mit 195 (Vorjahr 193) stabil geblieben. Davon sind 156 (Vorjahr 159) aktive Erzeugermitglieder. Das Ernteergebnis sei im Superjahr 2012 doppelt so hoch gewesen wie 2011. Die Tagespreise lagen in den Jahren 2010 bis 2012 konstant zwischen acht und zehn Euro je 100 Kilogramm. Zum Vergleich erwähnte Hartlieb das Erntejahr 2009. Damals seien die Preise trotz miserabler Ernte mit nur fünf Euro richtig im Keller gewesen. Ein wichtiger Grund ist laut Hartlieb der Wandel in China. Bis 2009 exportierte China das billigste Apfelsaftkonzentrat der Welt. Das führte dazu, dass in Europa meist Dumping-Erzeugerpreise für Mostäpfel bezahlt wurden. Seit 2010 werden in China mehr eigene Äpfel verbraucht "und das ist gut so". Für die Apfelpreise in Europa habe sich der Wandel in China stabilisierend ausgewirkt.

Nicht so gut sei dagegen das massive Bestäubungsproblem wegen des Bienensterbens durch Spritzmittel, besonders in China und den USA. Der auch in Hohenlohe gezeigte Dokumentarfilm "More than Honey" habe das drastisch vorgeführt.

Reinhold Kett, Luise Wirsching und Dominik Schmidt waren 2012 mit Grünspecht-Produkten bei der Pfingstmesse in Blaufelden. Bei der Regionaltafel der Kreislandfrauen in Crailsheim betreuten Luise Wirsching und Emma Thumm einen Verkaufsstand. Die Imker-Mitglieder Alfred Müller und Rudi Hilpert kümmerten sich um "Grünspecht-Blütenhonig vorwiegend von Streuobstwiesen". Beim Jubiläum "10 Jahre Regal Regional" der Firma Eberl in Crailsheim waren Hermann Stephan und Luise Wirsching für Grünspecht im Einsatz. Werner Leyh und Reinhold Kett präsentierten Produkte beim Tag der offenen Tür am Kühof Gröningen. Schließlich beteiligten sich Jürgen Scholl und Familie Werner Gaugel mit einem -Stand bei der Kirbe des Obstbauvereins Unterrot.

Nach den Ausführungen von Betriebsleiter Folker Brand von der Partnerfirma Hohenloher Fruchtsäfte in Hall sind neue Edeka- und Rewe-Märkte für Grünspecht-Apfelsaft erschlossen worden. Der Vorsitzende gratulierte dem NABU Rot am See für 20-jährige Mitgliedschaft im FÖS. Siegmund Traxler nahm die Urkunde entgegen. Der Vorsitzende dankte in diesem Zusammenhang allen aktiven Mitgliedern für ihr Engagement für den Erhalt der Streuobstwiesen.

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